Barfuß + barhuf auf den heimatlichen Buch (1055m)

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Wanderung auf den Buch bei Roßhaupten

Die kurzen, sonnig-milden Tage laden zu einer Tour auf den heimatlichen Buch ein. Am Morgen hat es -5 Grad, der wolkenfreie Sonnenaufgang verspricht wieder einen schönen Tag. Da ich so früh nicht losgehen möchte, kann ich mir in Ruhe überlegen, wohin es heute gehen soll. Gegen 11 Uhr (es hat jetzt +7 Grad) starte ich – wieder in Begleitung meines Ponykumpels.

Das Pony ist startklar für eine Wanderunge auf den Buch
Das Pony ist startklar für eine Wanderunge auf den Buch

Vom Stall weg geht es Richtung des Roßhauptener Hausberges, von dem man eine tolle Aussicht zu den Allgäuer und Vilstaler Alpen und zum Forggensee genießt. Das möchten wir uns anschauen.

Leider ist der offizielle Wanderpfad für uns nicht passierbar. Eine kleine Gitterrostbrücke, von der ich nicht weiß, ob sie das Gewicht meines 4-hufigen Begleiters aushält, versperrt uns den Aufstieg über den erdigen Waldpfad. Wir versuchen unser Glück querwaldein und beginnen mit der Überquerung der Seeger Straße auf einen Fahrweg hin zu den Weihern.

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Dieser Weg entpuppt sich als Sackgasse – wir sind einen Weg zu früh abgebogen und müssen wieder hinunter.

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Wir verlassen das Tal

Wir kommen auf einen ehemaligen Fuhrweg, den man nur noch erahnen kann. Die Natur hat sich ihn mittlerweile schon zurückgeholt. Zu meinem Bedauern muss ich meine am Rucksack angehängten Notschuhe anziehen.

Schotter tut Barfüßen und Barhufen gar nicht gut

Der steile, unwegsame „Pfad“ ist überwuchert mit dornigen Brombeerranken, die sich über den frostigen Boden ziehen. Der Rauhreif macht das rechtzeitige Erkennen mehr als schwierig. Gleichzeitig muss ich nach oben schauen, da ich hier oft nur geduckt zwischen den Sträuchern und Büschen hindurch komme. Abgesehen davon bleibe ich mehrmals schmerzhaft mit den Füßen in den Dornen oder den Haaren im Gestrüpp hängen. Mit Aqua Sphere wird es dann einfacher – ich kann meinen Blick nach vorne richten. Mein Ponykumpel hinter mir schnauft. Er ist mit seinem dicken Pelz auf Winter eingestellt und nicht auf anstrengende Kraxltouren durch das Unterholz. Zwischendrin auf winzigen Lichtungen bietet sich immer wieder Platz zum – aufrechten – Verschnaufen und Fotos machen.

Blick zurück:

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Blick nach vorn:

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Licht und Lichtung

Nach 20 Minuten ist das Dickicht zu Ende und wir kommen in den laubbedeckten Wald. Erleichtert ziehe ich die Schuhe wieder aus und entsprechend wohlig grabe ich meine Zehen in den jetzt weichen Waldboden. Hier wächst kein Gras mehr und der Rauhreif findet ein jähes Ende. Die Sonne tastet sich langsam zu uns herunter – das Herz geht auf, denn der vielleicht schlimmste Teil liegt hinter uns. Hier endet auch der ehemalige Pfad. Damit beginnt der Aufstieg durch den relativ lichten, aber steilen Buchenwald.

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Wir halten uns entlang eines alten Stacheldrahtzaunes – obgleich ich mich frage, wer den wohl an diese steilen Stellen im Wald gesetzt haben mag? Ob hier irgendwo mal ein Durchlass kommt? Schließlich müssen wir auf der anderen Seite des Zaunes weiter nach oben. Wir entdecken in einem maroden Stück eine bereits geflickte Stelle – problemlos lässt sich die Stelle mit der Zange meines Victorinox SwissTools  öffnen und nach dem Durchschlüpfen wieder schließen. Trotzdem liegen noch einige steile Passagen vor uns. Doch zunehmendes Licht und die Wärme der Luft zeigen, dass wir es bald geschafft haben.

Geschafft

Mit einem Fuß noch im Wald, mit dem anderen schon auf einer sonnigen Alm. Puh, der unwegsame Aufstieg liegt hinter uns. Immerhin gelangen wir auf den offiziellen Wanderpfad, der zum Buch führt.

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Ein schöner Pfad durch den Buchenwald

Der Gipfel des Buch ist schon zu sehen

Schließlich sind wir oben. Ein Blick zurück und wir sehen – oder besser erahnen – das Roßhauptener Tal auf 830 m. Nach 1 Stunde Aufstieg und weiteren 230 Höhenmetern haben wir es geschafft.

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Der Gipfel

Kurz vor dem Gipfel macht ein hölzernes Durchgangsdreieck (für 1 Person) das Weitergehen für meinen Kumpel unmöglich. Brav wartet er davor, während ich mal eben zum Gipfelkreuz hinüber gehe, Fotos schieße und uns ins Gipfelbuch eintrage.

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Vor uns ein herrlicher Ausblick auf die Allgäuer und Vilstaler Alpen sowie den langgestreckten Forggensee.

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Unter uns liegt Zwieselberg. Hier oben steht eine Bank in der Sonne für mich und es gibt noch reichlich trockenes Wintergras für meinen Kumpel. Wir genießen die Stille.

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Die Wintersonne taucht die Täler schnell in frostige Schatten. Wir haben noch gute 4 km Rückweg vor uns. Über einen steilen, ausgewaschenen Geröllweg gelangen wir im Zeitlupentippelschritt nach Zwieselberg hinunter. Dieses schöne am Hang gelegene Dörfchen in unverbauter Sicht bekommt wohl die meiste Sonne in der Umgebung mit.

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Der Abstieg

Anfangs queren wir das Tal auf einem Fahrweg über eine moorige Wiese und gelangen später auf die Straße, die Zwieselberg mit Ussenburg verbindet. Von Ussenburg hat man erneut eine grandiose Sicht ins Alpenland, weiterhin zum Forggensee sowie bei klarer Sicht zu den Königsschlössern.

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Von hier aus gehen wir nun gemächlich mit der Sonne im Rücken nach Roßhaupten.

Als wir wieder am Nordhang aus dem Waldstück herauskommen, liegt Roßhaupten noch in der Sonne.

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Zurück zum Hof, wo schon die anderen Kumpels meinen Begleiter laut wiehernd erwarten.

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Für unsere Tour mit 8,3 km Länge und 230 Höhenmetern haben wir 2,5 Stunden benötigt.

Kurzum: von unserem dornigen Aufstieg entferne ich mir am Abend mit Lupe und Pinzette einige Mitbringsel. Da sie sich oben auf dem Fuß befanden, störten sie unterwegs nicht. Auch einige kleine Kratzer die aber schnell verheilen zieren nun meine Füße. Dagegen sind meine Fußsohlen unbeschadet geblieben.

 

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Aktualisiert von Eva Maria Lockstaedt am 19. Mai 2018

2 Gedanken zu „Barfuß + barhuf auf den heimatlichen Buch (1055m)

  • 16. Dezember 2015 um 09:55
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    Tolle gegend und dein pony ist wunderschön, sicher ein sehr angenehmer wanderpartner!

    Antwort
    • 16. Dezember 2015 um 12:25
      Permalink

      Ja, das ist er. Wir sind ein eingespieltes, vertrautes Team und haben schon unzählige Touren unternommen 🙂

      Antwort

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