Eva und Wolfgang starten zur Barfuß-Radtour

So wird Barfuß Radfahren zum Vergnügen

Wer hat nicht schon darüber nachgedacht, dass es doch – gerade im Sommer – phantastisch sein müsste, barfuß mit dem Rad zu fahren. Wären da nur nicht diese unbequemen Pedale oder das Vorurteil, mit nackten Füßen wäre das Fahrradfahren gefährlich.

Wir sind viel und gerne mit unseren Rädern unterwegs und so stellte sich auch für uns die Frage, welche Pedale wohl ideal wären. Und was ist wirklich dran an der Befürchtung, barfuß Radfahren sei gefährlich?

Aufräumen mit dem Vorurteil

Als erstes sei einmal gesagt: Barfuß Radfahren ist nicht zwangsläufig gefährlicher als mit Schuhen. Achtsamkeit ist immer sinnvoll – ob man nun Schuhe trägt beim Radfahren oder barfuß fährt. Beachtet man einige Dinge, so macht das Fahrradfahren mit nackten Füßen sogar enormen Spaß. Situationen, die eventuell besondere Aufmerksamkeit erfordern, betreffen das Absteigen und das Fahren auf holperigem Untergrund. Dies gilt hauptsächlich für Barfuß-Neulinge. Mit der Zeit wird man routiniert und fährt vorausschauender.

Barfuß Radfahren sorgt für gute Belüftung

Wer viel barfuß unterwegs ist, wird das barfüßige Radfahren als ein weiteres Plus für sich entdecken.

Der große Vorteil liegt in der perfekten Belüftung. Gerade in der warmen Jahreszeit (und auf langen Touren) sind wir froh, wenn uns der Fahrwind nicht nur um die Nase, sondern auch um die Sohlen weht.  Barfußsein wirkt wie ein Turbo, beim Laufen wie beim Radfahren. Auch nach längeren Touren sind wir frisch und erholt und fühlen uns gut. Der übliche Hitzestau (Kochfüße) in Schuhen bleibt uns erspart 😉

Pedale mit Norm-Gewinde für Selbstmontage

Wir haben verschiedene Pedale ausprobiert. Alle Pedale haben genormte 9/16 Gewinde und lassen sich mit wenigen Handgriffen an jedes beliebige Fahrrad anschrauben. Ausprobiert haben wir sie mit normalen Herren- bzw. Damenrädern, Tourenrädern und Mountainbikes.

Die Pedale unterscheiden sich sehr in Aussehen und Preisklasse. Die Entscheidung, welches Modell zu Dir passt, kannst Du anhand Deines Geschmacks treffen. Wir stellen Dir hier unsere erprobten Modelle vor:

Moto Urban „Classic“

Seit 4 Jahren benutze ich (Wolfgang) die Moto Urban „Classic“, die es damals als einziges Modell bei der Firma Moto Bicycles zu kaufen gab. Ich zögerte lange, weil der Preis mit seinerzeit 155€ einfach sehr hoch war. Dafür hielten sie, was ich mir von ihnen versprochen hatte.

Die Moto Urban "Classic"

Für mich sind sie die absolut besten Barfußpedale auf dem Markt. Die Kraftübertragung ist mit der ebenen, großen Auflagefläche von 76mm x 92mm und dem abziehbaren, absolut rutschfesten Griptape auf beiden Pedalseiten perfekt und sehr angenehm für die baren Füße. Ich war vorher überzeugter Klickie-Fahrer und überrascht von der Leistung dieser Pedale. Selbst mit feuchten und lehmverschmierten Füßen ist der Kontakt noch überraschend gut.

Der hohe Preis der Moto Urban ist durch die doch sehr aufwändige und dennoch mit 340g pro Paar sehr leichte Konstruktion erklärbar. Den Kern bilden Tragschalen aus glasfaserverstärktem Kunststoff sowie hochvergütete, CNC-gefräste CrMo Hohlachsen. Dazu kommt der, insbesondere für Stadträder, optisch sehr wirkungsvolle Holzrahmen. Die Bauhöhe ist mit 15mm sehr niedrig, das 9/16 Pedalgewinde entspricht dem Standard.

Ich habe meine Moto Urban noch nie gewartet und fahre auch immer noch mit der ersten Griptapeauflage, obwohl mehrere Ersatztapes mitgeliefert wurden. Für mich ein absoluter Volltreffer, mit dem mir das Barfußradfahren auch auf schwierigeren Strecken ungemein Spaß macht.

Moto Urban „Reflex“

Inzwischen gibt es die Moto Urban in der Version Moto „Reflex“ mit rd. 40€ zu einem wesentlich günstigeren Preis, wobei das Innenleben identisch zu den „Classic“ zu sein scheint.

Ergon PC2

Die Ergon PC2 sind ergonomisch geformte Pedale, die ich (Eva) jetzt seit 2 Jahren an meinem Mountainbike nutze. Hier liegt der Ballen einige Millimeter tiefer als der Zehenbereich, der sich wunderbar um den vorderen Rand „krallen“ kann. Die Ergon PC2 gibt es in verschiedenen Größen – ich habe die Größe S (Schuhgröße 41).

Die Ergon PC2

Mein persönlicher Nachteil der Ergon PC2: Ab ca. 80 km fangen die Füße an, sich zu „melden“, es entstehen verschiedene Druckpunkte.

Hinweis: Da die Ergon PC2 nur noch schwer zu bekommen sind und sie darüberhinaus im Preis auf über das Doppelte gestiegen sind, kann ich sie an dieser Stelle nicht mehr empfehlen.

Aaron Urban  / XLC Pedale

Die Aaron Urban und die XLC Pedale sind nahezu baugleich. Sie unterscheiden sich in Gewicht und Preis und sind preisgünstige und barfußtaugliche Alternativen. Für kurze Strecken gut geeignet.

Unsere persönliche Meinung

Wenn Du…

  • viel barfuß Rad fährst,
  • lange Strecken und Touren unternimmst,
  • Dein Augenmerk auf Fusskomfort richtest,

dann gilt unsere uneingeschränkte Empfehlung den Motos. Ob mit Holzrahmen oder in der preiswerteren Alternative, ist dabei reine Geschmackssache.


Welche Pedale benutzt Du an Deinem Fahrrad? Was sind ihre Vorteile, was gefällt Dir gar nicht? Teile anderen Lesern Deine Erfahrungen mit…

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Eva Maria Lockstaedt

Ich bin Jahrgang 1966, Mutter zweier erwachsener Kinder und selbstständig mit einem Buchungsservice für Vermieter von Ferienwohnungen und Gästezimmern. Das wunderschöne Allgäu ist mein Zuhause. Seit 2015 lebe ich barfuß, Sommer wie Winter. Unser Blog erzählt davon.

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6 Gedanken zu „So wird Barfuß Radfahren zum Vergnügen“

  1. Ich fahre weitgehend normale und preisgünstige Pedale, mit der ASIN B006YY9Y6C, die es in sehr ähnlicher Form von mehreren Herstellern gibt.

    Der Ballen liegt dabei in etwa auf der Achse bzw. zwischen Rahmen und Achse; die Zehen greifen ein Stück weit vorn um den Rahmen herum.
    So kann ich das Pedal nicht nur niedertreten, sondern es auch nach hinten und sogar ein klein wenig nach oben ziehen, was in einem halbwegs runden Tritt resultiert.

    Eher tut mir der Po weh, als die Füße -auch bei Touren von >80km 🙂

    Das gilt für mein Tourenbike.

    Beim MTB, welches auch entsprechend genutzt wird, sind auch MTB Pedale verbaut, die ich nicht barfuß fahren kann.

  2. Ich fahre nicht soviel Fahrrad wie Ihr, habe aber auch zwei MTB´s. Im Urlaub in unserem Ferienhaus an der Ostsee waren die „klassichen“ MTB-Pedale mit den griffigen Spornen die Hölle, ich habe sie gegen recht günstige Pedale (VP comp) ausgewechselt (der nette Fahrradhändler vor Ort hatte sofort Verständnis, als ich ihm sagte, dass ich barfuss Fahrrad fahre).- Für Touren bis 20 oder 30 km reichen die Pedale völlig aus , und nun ist das MTB auch barfuss ein Genuss. Bei meinem MTB zu hause muss ich die Pedale noch auswechseln, werde dann mal die günstigeren Motos ausprobieren.
    Gruss vom
    Michael

    1. Hallo Michael,
      MTB’s setzt man ja normalerweise ein, wie es der Name schon vorgibt, im Gebirge. Und auf den dort üblichen Wegstrecken braucht man Pedale, die den baren Füßen sicheren Halt geben und die wirkenden Kräfte gut verteilen. Da sind die Moto’s mit ihrer großen Auflagefläche genau richtig. Bin mal gespannt, welche Erfahrungen Du damit machst.
      Viele Grüße,
      Wolfgang

  3. Moto Reflex habe ich montiert und kann ich empfehlen. Die oberfläche ist hartes, rauhes griptape, sehr rutschfest. Die ausfahrten waren komfortabler als mit dem gummiblockpedal. Einziger nachteil: Das pedal sammelt dreck, was eher ein ästhetisches problem ist. Allerdings leicht mit wasser zu reinigen.

    Das gesetz (in Deutschland und Österreich) schreibt gelbe pedalrückstrahler vor, demnach wäre nur die version mit gelbem reflextape zulässig. De facto wird aber wohl niemand wegen anderen farben aus dem verkehr gezogen.

    Eine allgemeine erfahrung beim schnellen barfuß-downhill-radeln auf schotterstraße: Die vom vorderrad hochfliegenden steinchen können teils schon wehtun ….

    1. Da kann ich Dir nur beipflichten. Da hat die Polizei Wichtigeres zu tun, als Rückstrahler an Fahrradpedalen zu kontrollieren. Wenn man oft auf dunklen Straßen unterwegs ist, ist wahrscheinlich gut reflektierende Kleidung die beste Lösung.

      Das mit den Schotterstraßen habe ich noch nicht bemerkt. Wahrscheinlich fahre ich dort einfach nicht schnell genug. Hab’s vor Jahren mal geschafft, mit T-shirt, Shorts und Flip-flops nach einem Fahrradsturz auf so einem Weg ein Stück zu rutschen. Muss ich nicht noch mal haben. Seitdem bin ich etwas vorsichtiger und weniger risikofreudig unterwegs…

      1. Ich bin jetzt mit einem 100lux-scheinwerfer und LED-rücklicht mit standlicht und tagfahrlicht ohnehin beleuchtungstechnisch gut ausgerüstet und fühle mich bei nacht weitaus sicherer als vorher, mit einer gelben warnweste wäre ich dann vollends unübersehbar.

        Die von rennradlern benutzten klickpedale mit zugehörigen schuhen sorgen zwar für „perfekte kraftübertragung“, sind aber auch ein sicherheitsrisiko, denn es gibt immer wieder unfälle, wo jemand nicht rechtzeitig aus den pedalen kam. Was die kraftübertragung angeht, ist der höhere reibwert der pedale sehr von vorteil. Wenn es deutlich kälter wird, ziehe ich halt handschuhe und fivefingers (fußhandschuhe) an …. aktuell geht es noch sehr gut ohne.

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