Selina mit ihren Kindern barfuss am Fluss

Barfuß als Kind – Ein beschwerlicher Weg

Auch Mütter lernen durch Nachahmung

Dass ich, Selina, im August 2018 mit dem Barfußgehen anfing, habe ich meinen beiden jüngsten Kindern (2 und 6 Jahre) zu verdanken. Eigentlich wurde auch mir schon als Kind geraten (danach sogar noch viel öfter), wegen meiner Senk- und Spreizfüße mehr barfuß zu gehen. Aber das war mir zu schmutzig und ich hatte Angst vor Verletzungen. Und als Krankenschwester bin ich vielleicht auch manchmal etwas bakteriophob veranlagt 😉 (= die Angst vor Bakterien).

Meine beiden Jüngsten waren und sind da ganz anders. Die wollten nämlich von sich aus immer wieder mal die Schuhe ausziehen und ein Stück weit barfuß laufen. Schuhe hatte ich trotzdem immer für sie dabei. Ihre Fußhaut war ja noch ziemlich zart und empfindlich und deshalb dauerte es stets nur ein paar Minuten, bis sie dann doch wieder ihre Schuhe anziehen wollten.

Kleines Mädchen läuft barfuß in der Stadt

Und dann kam dieser bewusste Sommertag. Meine Füße brannten in den Schuhen und mir war unendlich heiß. Ich wollte mich abkühlen, unbedingt und irgendwie. Es war dieser Moment, in dem mir das Vorbild meiner Kinder einfiel: Schuhe ausziehen, das ist es! Und so lief ich selbst für die letzten 200 m auf dem Weg nach Hause barfuß, der Beginn einer neuen Leidenschaft. Seitdem bin ich barfuß unterwegs, weil es mir auf ganzer Linie guttut.

Probleme mit Mitschülern

Leider entstand durch mein Barfußlaufen ein neues Problem.

In den ersten Wochen hatte vor allem meine Tochter Laura, damals 9 Jahre alt, in der Schule wegen ihrer barfüßigen Mama keine schöne Zeit. Da ich ihre 6-jährige Schwester auf dem Schulweg begleitete, sahen mich die anderen Kinder barfuß. Laura, die eh schon oft geärgert wurde, war nun wieder im Visier der Läster- Kinder. Die mittlere Tochter hingegen, nahm die Fragen und Kommentare zu ihrer Barfuß-Mama total locker auf. Sie antwortete stets: “Weil es gesund ist und Spaß macht“. Viele verstanden es trotzdem nicht und die Mutigen fragten mich manchmal selbst, wieso ich keine Schuhe trage.
Ich blieb da immer ehrlich und antwortete spontan. Zum Beispiel auf die Frage “Haben Sie keine kalten Füße?” (z.B. bei 5°C): “Doch, die sind kalt. Aber ich bin ja sehr warm angezogen, da tun die kalten Füße gut.“ Oder “Warum haben Sie keine Schuhe an?“- Ich: “Weil es gesund ist und Spaß macht”.
Andere aber lachten Laura aus, machten sich über sie und ihre Mama lustig.
Sie bekam Sprüche zu hören, wie: “Habt ihr kein Geld für Schuhe?” oder “Das ist voll ekelhaft und ungesund” etc.
Laura machte das zu schaffen. Sie kam eigentlich jeden Tag traurig oder gereizt nach Hause, war unkonzentriert, wollte nicht in die Schule und weinte auch öfter. Sie hatte es noch nie leicht gehabt in der Schule, wurde oft geärgert. Und nun auch das noch!
Ich hielt mich sogar, um mehr aus dem Blick der Kinder zu sein, etwas abseits auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Aber die Sprüche blieben.

Mutige Entscheidung

Deshalb war ich ziemlich überrascht, als mir Laura nach 4 Wochen ihren Entschluss mitteilte: “Ich will jetzt auch barfuß gehen!

Sie wollte einfach auch mal austesten, was daran eigentlich so toll ist. Schließlich machte ihre Mama das ja auch, und zwar anscheinend mit viel Vergnügen. Und wenn etwas Spaß macht, dann muss man das ja auch mal ausprobieren. Natürlich freute mich das, aber mir kamen sofort Zweifel. Das könnte zumindest in der Schule wohl zusätzlich Ärger bedeuten, gab ich Laura zu bedenken.
Laura war das egal: “Die ärgern mich so oder so!“

Laura ist barfuß in der Schule

Mutter als Coach

Ich setzte mich mehrere Tage mit Laura hin. Wir besprachen, was alles passieren könne, worauf sie achten müsse:

  • beim Rennen die Füße gut anheben wegen der Fußnägel,
  • vor sich auf den Boden schauen und auf Glasscherben achten,
  • bei Verletzungen sofort desinfizieren und auswaschen,
  • eventuell zu einem Erwachsenen gehen und sich Hilfe holen.

Ich bereitete sie auch darauf vor, was andere vielleicht sagen oder machen werden. Sie könnten eventuell merkwürdig und beleidigend werden. Sie solle sich das dann nicht zu Herzen nehmen.

Ich erklärte Laura auch, dass es besser für ihre Gelenke sei, im Vor- oder Mittelfußgang zu gehen, weil sie so geschont und die Fußmuskulatur gekräftigt werde. Wir übten beide die neue Gangart und stellten auch ein Notfall-Set zusammen: (Pinzette, Desinfektionsmittel, Pflaster, Fußcreme, feuchte Tücher). Das Ganze verstauten wir in eine Box in ihrem Ranzen.

Vorteile des Barfußgehens

Viele wissen einfach über die Vorteile des Gehens ohne Schuhe nicht Bescheid.

Abgesehen davon, dass sich die Füße nicht abnutzen, da die Haut sich ganz natürlich der Beanspruchung anpasst, spart man definitiv Geld! Und man hat nie das Problem, welche Schuhe man anzieht 😉 .

Aber jetzt mal ohne Scherz: Durch die verschiedenen Untergründe erhalten Deine Füße automatisch eine Massage, sie bekommen ihre natürlichen Funktionen wieder und werden gekräftigt: Fehlstellungen adé! Der Fuß darf einfach so sein wie er ist und wird nicht in irgendwelche merkwürdigen Formen gequetscht. Stichwort: Hallux Valgus! Die Gelenke, wie Knie und Rücken, werden geschont, da die Muskeln den Stoß des Schrittes abfangen.

Laura spaziert barfuß in der Stadt

Was mir besonders wichtig ist: Achtsames Gehen! Als unkonzentrierte Mama, der ständig etwas im Kopf herumgeht, empfinde ich es als sehr entspannend, mich zu fokussieren. Ich bin bei mir und kann viel besser meine Umwelt ein Stück ausblenden. Dies fällt mir sonst sehr schwer. Da ich aber auch weiß, wie ich dem Barfußgehen früher gegenüberstand, verstehe ich nun Vieles besser.

Nicht aber das unverschämte, beleidigende Verhalten von Lehrern und Schülern.

Ärger mit dem Lehrpersonal

Ganz mutig lief Laura ein paar Wochen ohne Schuhe zur Schule und blieb es dort auch.

Ich bat sie, ihrer Lehrerin und dem Rektor von ihrer neuen Idee zu erzählen, damit sie sie nicht vor den Kopf stoßen. Nach ein paar Wochen fragte ich sie, was denn der Rektor daraufhin gesagt habe. Da erfuhr ich, dass sie ihm nicht Bescheid gesagt hatte, weil sie Angst vor seiner Reaktion hatte.

Ihre Lehrerin meinte, ihr sei es egal, aber sie müsse selbst auf sich aufpassen.

Ich bat Laura dann erneut, dem Rektor Bescheid zu sagen, was sie dann auch tat. Dieser erwiderte ihr anscheinend nur, sie solle besser ihre Barfußschuhe anziehen.

Manch Erwachsener in der Schule hat wohl seine anständige Wortwahl oder Erziehung vergessen. Eine Lehrerin forderte meine Tochter laut auf, sie solle “sofort ihre Schuhe wieder anziehen, sie spinne doch“. Zu der Zeit waren es draußen etwa milde 15°C.

Laura barfuß im Fluss

Ich ging in die Schule und suchte das Gespräch mit dieser Lehrerin, die Laura noch nicht mal unterrichtete. Sie tischte mir alle möglichen und unlogischen Argumente auf, wieso barfuß in der Schule nicht gehe. Laura werde krank werden (sie war tatsächlich noch nie krank seitdem sie barfuß geht). Sie werde sich verletzen (das tat sie früher täglich, da sie schusselig ist, aber barfuß ist sie viel umsichtiger). Sie laufe den ganzen Tag im Dreck herum und auf dem Klo würde sie im Urin stehen und diesen im ganzen Schulhaus verteilen.

Ich widerlegte alles. Als ihr die Argumente ausgingen, kam nur das typisch erwachsene “Basta”: “Egal, in der Schule wird nicht barfuß gegangen und wird es auch nie!“

Ich schrieb dem Rektor einen Brief, in dem ich erklärte, dass es Laura wichtig und für ihre Fußgesundheit gut sei, barfuß zu sein und bat um ein Gespräch. Darauf warte ich heute noch.

Es reicht – Zurück in die Schuhe

Nach ein paar Wochen erklärte Laura mir, sie wolle in der Schule nicht mehr barfuß sein. Sie würde das nicht mehr aushalten, weil sie jeden Tag mehrfach beleidigt werde.

Ich zeigte Verständnis und bat sie, sie solle nur das tun, was ihr guttut. Und sie solle nur dann barfuß gehen, wenn sie sich damit wohlfühle. Ich erklärte ihr auch, dass es gut möglich sei, dass die anderen sie nun ärgern werden, weil sie wieder Schuhe anziehe (von wegen Schwäche und so). Aber egal, wie sie sich entscheide, ich stünde hinter ihr.

Kompromiss für die Schule

Erneut mutig geworden, entschloss sie sich, nur noch den Hin- und Rückweg zur Schule barfuß zu gehen und in der Schule dann die Skinners zu tragen.

Der Skinners Barfußschuh
Laura trägt in der Schule die Barfußschuhe Skinners

Damit kommt sie nun viel besser zurecht. Auch wenn sie wegen des Aussehens dieser Sockenschuhe ebenfalls ausgelacht wurde. Das war für sie aber anscheinend weniger schlimm.

Wenn wir außerhalb der Schule unterwegs sind, dann will sie immer barfuß sein und geht ganz glücklich neben mir 😉 .

Positive Körpersignale

Laura ist jetzt 10 Jahre, bekommt bald ihr zweites Paar Minimalschuhe (Leguano, Geschenk von der Oma), da die Skinners durchgelaufen sind. Bislang kann ich nur Positives von meinen Kindern berichten, wenn sie barfuß sind. Sie streiten nicht, sind ausgelassener, wirken freier und stolpern nicht. Man kann manchmal beobachten wie sie selbst den Untergrund ertasten und genießen. Das ist echt ein schöner Anblick!
Auch die Kinderärztin findet es sehr gut, das Laura barfuß geht. Gerade wegen ihrer Knickfüße. Ihre Füße haben kräftigere Muskeln und eine bessere Stabilität bekommen.

Mit stabiler Fußmuskulatur auf dem Balanceseil

Vielleicht hat Laura irgendwann das Glück, auf tolerante Lehrer und Mitschüler zu treffen, die sie dafür mutig und stark finden.

So wie ich das selbst täglich als Barfußgeherin erfahre.

Selina Hocke barfuß in der Stadt

Interview mit Selina zum Barfußgehen beim SWR

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12 Gedanken zu „Barfuß als Kind – Ein beschwerlicher Weg

  • 27. Februar 2019 um 15:17
    Permalink

    Wir sollten nach den Ursachen der geschilderten Erlebnisse schauen, daraus kann man viel lernen.
    Für Leben, sozusagen …

    1) Nach aktuellem Stand haben 60% der erwachsenen Deutschen Fehlstellungen am Fuss. Diese Zahl liegt nach meiner Beobachtung an der eingeschränkten Diagnose. Wenn die Verwachsungen der Zehen einbezogen würde, läge die Quote bei > 90%, d.h. höchstens 10% der Erwachsenen haben gesunde Füsse. Im Sommer gut zu sehen.

    2) Dies ist erworben. Fast alle Kinder kommen mit gesunden Füssen zur Welt. Der wichtigste Risikofaktor hierfür ist: Schuhe tragen. Es gibt praktisch keine Kinderschuhe im Handel, die für deutsche Füsslein passen (meistens ägyptische Fussform). Für meine Kinder (vier Stück) habe ich schon oft versucht, Schuhe zu kaufen. Ergebnis: die Verkäuferin bedankt sich bei mir für die gute Beratung durch mich, und wir verlassen das Fachgeschäft ohne Schuhe. Anderen geht es auch so, insbesondere einige mir bekannte Ärzte sind da sehr hinterher und auch ernüchtert.
    Im Barfusshandel sieht es nur geringfügig besser aus. Vivobarefoot hat wohl mal was probiert, hat sich leider nicht verkauft.

    3) Diese Fussschäden lassen sich später nicht mehr vollständig rückgängig machen. Meine älteste Tochter hatte noch mit 8 Jahre gesunde Füsse, auf alten Bildern dokumentiert. Sie lief aus eigenem Impuls sehr viel barfuss. Dann kamen die Zwänge, und jetzt, mit 17 Jahren, sind ihre Grosszehen noch mehr verwachsen, als meine.

    4) Nach den aktuell vorliegenden Fakten ist das Tragen von Schuhen bei Kindern daher eine Form der Kindesmisshandlung. Nicht so schlimm, wie beim alten Chinesenadel, aber wenn man sieht, welche Qualen manche Erwachsene dadurch lebenslang haben, müsste im Gegenteil Schuhetragen verboten werden. Oder höchsten Sandalen erlaubt sein (wie bei den Römern).

    Selbstverständlich haben bei uns Schuhe auch Vorteile. Bei Kälte offensichtlich, auch vielleicht auch zur Hygiene. Fünf Jahrzehnte gab es bei mir keine Fusspilz, erst kurz nach dem Beginn des Barfusslaufens war es soweit, trotz viel Luft an den Füssen. Sogar ein – schwer erkennbarer – Nagelpilz am Kleinzehnagel. Ultraleichte Sandalen mögen in schmutzigen Umfeldern (Bahnhof) vielleicht Abhilfe schaffen. Der Kontakt mit dem Fuss und seiner Sohle ist häufiger, als mit Schuhsohlen. Das könnte eine Ansteckung z.B. mit Fuchsbandwurm erleichtern. Definitiv ist dies so bei Zecken, ich hatte in den letzten Jahren häufiger mal welche am Fuss. Trotzdem ist der Hauptgrund für das übermässige Tragen von Schuhe m.E. ein sozialer.

    Schuhe scheinen immer noch den sozialen Stand bzw. Gruppenzugehörigkeit vorrangig anzuzeigen.
    “Auf grossem Fusse lebend” – das Sprichwort bezieht sich auf die Schuhlänge, die früher genau vorgeschrieben war, Adlige waren wesentlich längere Schnabelschuhe erlaubt, als dem einfachen Volk.
    Meine Mutter lief Frühjahr, Sommer und Herbst barfuss, weil dies alle taten. Meine Schwester wegen der Notzeit nach dem Kriege. Das ist vorbei, alle Bettler können sich Schuhe leisten, aber Einstellungen ändern sich nur langsam. Viele Frauen haben weiter einen “Schuhtick”, wie sie selber sagen.

    Im Kindergarten meiner Jüngsten dürfen die Kinder nicht mehr barfuss laufen, niemals. Die Leiterin hat sich durchgesetzt, alle Erzieher, die dagegen waren, sind geflüchtet. Ihr ist dies wichtig, weil sie keine Konsequenzen für den sicheren Schaden zu fürchten hat: Kinderfüsse verkrüppeln und verwachsen. Dagegen für seltene oder harmlose Ereignisse, z.B. Schnittwunden. Sie will keine Verantwortung tragen. Die rundgeschliffenen Glasscherben von vor 50 Jahren, die sie als Argument vorzeigte, können nicht überzeugen. Wie sie selber zugeben musste. Die Verrechtlichung der Gesellschaft bewirkt solche Fehlsteuerungen, nicht nur Faktenignoranz.

    Der Konformitätsdruck an Einrichtungen wie z.B. Schulen hat mehrere Ursachen.
    Kinder müssen zwar immer lernen, ihre Spontaneität zur Gruppenkompatibilität einzuschränken.
    Aber: viele Lehrer sind ihrem Beruf nur schwer oder gar nicht gewachsen.
    Sowohl fachlich – ich war in der universitären Lehrerausbildung tätig – als auch charakterlich bzw. vom Interesse an jungen Leuten. Die genannten Probleme mit den blossen Füssen bei der Lehrerin dürften
    nur die Spitze des Eisberges sein (Fuss hier als Spitze). Es gibt bekanntlich Lehrkräfte, bei denen es ein Segen für alle wäre, sie würden aus dem Schuldienst entfernt. Die Fehlsteuerung liegt in der Auswahl der Lehrer, noch mehr aber am zermürbenden Dienst. Wer lässt sich auf so etwas ein? Idealisten und das genaue Gegenteil.

    Bei der Person scheint noch ein “etepetete”-Faktor hineinzuspielen. Der letztlich nur Dummheit darstellen würde, da er hier einer Prüfung nicht standhält. Stinkefüsse hat sie selber, aber nicht die Barfussläuferin. Lehrer sind es gewohnt, ihre Meinung höher als die von anderen zu stellen. Vielleicht sind sie vom Typ so, vielleicht ist es eine “deformation professionelle”. Zusammen mit den genannten Mängeln im tatsächlichen Wissen und Können ergibt das die bekannte Mischung, welche dazu führt, dass Lehrer ihren oft nur zu berechtigen Ruf haben.

    All diese Dinge sind nicht neu. Schon Kneipp empfahl das Barfusslaufen. Statuen von vor 100 Jahren zeigen uns die kaputten Füsse der damals Wohlhabenden. Erfreulich ist dagegen, dass junge Lehrer nicht den gleichen Anpassungsdruck wegen Äusserlichkeiten ausüben, wie die Älteren. Auch insgesamt ist das in Deutschland zurückgegangen. Und dafür das Gesundheitsbewusstsein gestiegen. Vielleicht mag sich die Autorin mit anderen Eltern zusammentun? Eltern nehmen heute viel mehr Einfluss auf die Schule, als früher. In beide Richtungen, wie man zur Rechtfertigung der Lehrer ganz deutlich sagen muss. Es ist ein anspruchsvoller Beruf.

    Ingo Rohlfs
    Fuss e.V.

    Antwort
    • 27. Februar 2019 um 16:55
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      Danke! Ich bin ein Exot. Da ist nix mit zusammentun. Und ich bin kein Alphatier. Ich kann die Bedenken verstehen da ich sie selbst lange hatte. Man ist manchmal so festgefahren in seinem Handeln dass da Neues stört.

      Ich gebe dir vollkommen Recht!
      LG Selina

      Antwort
  • 15. Februar 2019 um 12:13
    Permalink

    Liebe Selina, das machst Du sehr gut. Barfußlaufen ist auch ein Experiment, in dem man lernen kann, wie Menschen sich vollkommen frei von Vernunft verhalten, wie man damit umgeht und wie weit man eigene Wege gehen will. Dass Du Deinen Kindern das erklärst und ihnen sowohl die eigene Entscheidung für Barfußgehen als auch dagegen überlässt, ist vorbildlich.
    Als ich meinen Sohn einschulen wollte, sprach mit die Klassenlehrerin von sich aus an, ich wolle sicherlich, dass mein Sohn in der Schule barfuß sein könne und sie habe das geklärt, es gebe da keine Probleme. Diese Situation gibt es also auch.

    Antwort
    • 27. Februar 2019 um 16:56
      Permalink

      Vielen lieben Dank :))
      Ich wollte ja auch dass meine Große Bescheid sagt aber habe dann nach mehreren Wochen erfahren dass sie das nicht tat aus Angst, ein “Nein“ zu hören.

      Antwort
  • 15. Februar 2019 um 09:25
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    Hallo Selina…
    traurig das unsere Welt so ist aber deine Tochter oder Töchter werden im späteren Leben einmal ganz starke Persönlichkeiten sein und was sind da schon die paar Jahre Schule!

    Antwort
    • 27. Februar 2019 um 16:57
      Permalink

      Ja, das hoffe ich… ich kann nicht andere Menschen ändern, aber versuchen, meine Kinder zu stärken.
      Ich hatte in der 7. Klasse eine schwere Zeit, in der ich oft weinend Heim ging und nicht mehr zur Schule wollte. Es war schlimm aber genau diese Zeit hat mich stark gemacht. Die Hoffnung stirbt zuletzt…
      LG Selina

      Antwort
  • 14. Februar 2019 um 11:15
    Permalink

    Liebe Selina!
    So sind sie, unsere Brüder und Schwestern … egal ob barfuß oder sons irgendwie andersherum, in deren engstirnigen Welt haben nonkonforme Dinge keinen Platz. Eigentlich sollten “die” uns leid tun.
    Tip: vergiß diese Ignoranten, es gibt doch die vielen – vermutlich in deutlicher Mehrheit – die Dein Tun und das Deiner Kinder gut finden oder dem zumindestens gleichgültig gegenüberstehen.
    Deine Kinder und Du – ihr steht zueinander in Achtung und Liebe … wie war das doch gleich mit der Eiche und der Sau die sich dran reibt? 😉
    Und vielleicht regt Ihr auch noch andere an, es Euch gleichzutun … die warme Jahreszeit steht vor der Tür!
    Aufmunternde Grüße von einem seit 6 Jahren durchwegs barfüßig lebenden Gleichgesinnten aus Wien
    Wolfgang
    P.S. schau doch mal hier rein für Seelenfutter und Praxistips: hobby-barfuss-forum

    Antwort
  • 14. Februar 2019 um 10:02
    Permalink

    Ein ganz, ganz toller Beitrag über mutige, gesunde Kinder, die es wagen, eigene Wege zu gehen und gesellschaftliche Ächtung dafür ernten. Und ein pädagogisch beispielshaftes Verhalten von dir als Mutter, Selina! Unglaublich, was ein natürliches und gesundes Verhalten wie Barfussgehen an Heftigkeit auslösen kann, nur weil es nicht der Norm entspricht! Irgendwann wird man darüber wohl den Kopf schütteln, aber 2019 sind wir immer noch Pioniere und komische Vögel und stossen auf Widerstand. Was uns Erwachsene aber etwas Überwindung und ein gelegentliches klärendes Gespräch kostet, bedeutet für Kinder offensichtlich, sich beissendem Spott und offenen Anfeindungen auszusetzen. Laura, du geniesst meinen höchsten Respekt!

    Antwort
    • 27. Februar 2019 um 17:11
      Permalink

      Ich danke dir vielmals :))))

      Ich finde es auch unglaublich und die Schule toleriert auch noch solch ein Verhalten :(((
      Ich bin froh wenn sie im Sommer wechselt auf die Weiterführende. Ein Neuanfang… drückt die Daumen

      Antwort
  • 14. Februar 2019 um 09:48
    Permalink

    Selina – Du unterstützt deine kinder optimal! Besser könnte es gar nicht sein.
    Ich hätte mich als kind überhaupt nicht getraut, und überhaupt fühlte ich mich zu verletzlich, war als introvertierte natur eh schon eher ein außenseiter in der schule (wie mir auch in grundschulzeugnissen von der klassenlehrerin attestiert wurde), ich traute mich nur mal, wenn absolut niemand in der nähe war. Es ging auch sonst niemand in der familie barfuß.
    Eines schönen sommertages kam ein mitschüler barfuß zur schule und wurde von einer lehrerin vor versammelter klasse bloßgestellt und niedergemacht, was ihm denn einfiele, so verantwortungslos zu handeln, schließlich wisse jeder, dass die teppiche in der schule fußpilz übertragen, und überhaupt sei das unhygienisch und ungesund, er würde sich sofort erkälten (im sommer!)
    Das waren in den 80er jahren die mittel der institutionen, rebellion niederzuhalten ….
    Ja, schulmobbing von lehrern UND mitschülern erzieht zu äußerlicher anpassung und duckmäusertum.

    Wenigstens sind anzeichen eines gesinnungswandels auszumachen. “Barfuß ist gesund” ist immer öfter zu hören, barfuß in kindergärten und kindertagesstätten wird hier und da sogar gefördert, auch wenn es immer noch vor allem überängstliche eltern gibt, die meinen, das dürfe ihren kindern keinesfalls erlaubt werden, weil die sich sofort verletzen und krank werden (wenn eltern ihren kindern gar nichts zutrauen, kann das auch die entwicklung hemmen ….)
    Bald kommt die barfuß-kita-generation in die schule; es steht zu hoffen, dass alle, die so aufwachsen, barfußsein als völlig normale alternative im alltagsleben ansehen.

    Antwort
    • 14. Februar 2019 um 11:42
      Permalink

      Ich danke dir vielmals!!! Leider werde ich oft verurteilt, gerade auch öfter in meiner Familie. Aber das ist mir nicht wichtig. Ich wurde als Kind nicht wirklich stark gemacht sondern ich sollte immer darauf achten, was andere von mir denken. Irgendwann hab ich mich davon befreien können. Meine Mutter leider noch nicht.
      Genauso wird meine Große öfter bloßgestellt. Die Lehrerin leugnet es, obwohl mir das schon andere Kinder erzählt haben

      Antwort

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