Trekkingstöcke

Trekkingstöcke – Hilfe für das Barfußwandern?

Die Antwort ist: Ja!

Um es klar zu sagen: Als ich noch mit Bergschuhen gewandert bin, fand ich Trekkingstöcke so überflüssig wie einen Kropf. Sie waren die meiste Zeit nur unnötiger Ballast, behinderten mich auf Kletterpassagen und stellten zuweilen eine Stolperfalle dar. Ein bisschen Knieschonung vielleicht beim Bergabgehen auf steilen Pfaden als einziger positiver Aspekt, das war es schon.

Beim Barfußwandern in den Bergen fing ich an, sie zu vermissen. Und nahm sie irgendwann wieder mit. Nach einigen Touren bin ich überzeugt: Trekkingstöcke machen zumindest im Hochgebirge das Barfußlaufen leichter.

Die Haupteinsatzgebiete für Trekkingstöcke

Rutschiger, abschüssiger Untergrund

Besonders nach Regenfällen werden einige abschüssige Passagen barfuß oder auch in Minimalschuhen extrem rutschig. Das gilt besonders für erdige Pfade, die man sonst ja eher schätzt. Da helfen Trekkingstöcke ungemein und ersetzen Büsche, Äste u.ä., an denen man sich sonst in solchen Situationen nach unten hangelt, sofern sie denn vorhanden sind.

Trekkingstöcke1

Aber auch steile Passagen mit losem Geröll sind ohne Stöcke oft nur schwer zu begehen. Es ist nicht angenehm, wenn die Fußsohlen auf kantigen Steinchen durchrutschen…

Trekkingstöcke barfuß 2

Abschnitte mit Schnee und Eis sind mit Trekkingstöcken ebenfalls leichter zu begehen. Hilfreich sind hier aber zusätzlich geeignete Grödel.

Trekkingstöcke barfuß 3

In all diesen Situationen geben Trekkingstöcke zusätzlichen Halt, bergauf, bergab und in Querungen.

Aufstiege in steilem Gelände

Hier geben Trekkingstöcke mehr Schub und verbessern besonders auf schwierigem Untergrund die Balance.

An der Hochplatte

Abstiege in steilem Gelände mit Geröll oder Fels

Auf solchen Passagen nutzte ich bisher grundsätzlich Minimalschuhe. Zum einen drückt beim Abstieg in steilem Gelände mit jedem Schritt ein Mehrfaches des vollen Körpergewichts die Fußsohlen in den Untergrund, was an sich schon schmerzhaft ist. Zudem steigt das Verletzungsrisiko, weil man das Aufsetzen des Fußes nicht mehr so gut kontrollieren kann wie beim Aufstieg. Mit Trekkingstöcken kann man das Körpergewicht abfangen und damit den Fuß wesentlich kontrollierter aufsetzen. Im Geröll sinkt zudem die Rutschgefahr. Trekkingstöcke erweitern damit den Barfußbereich erheblich.

Anstieg zum Gipfel

Wo man sie außerdem nutzen kann

Normale, wenig steile Aufstiege

Bei normalen Aufstiegen geben Trekkingstöcke über die Armkraft zusätzlichen Schub, bringen einen Trainingseffekt und schonen evt. auch die Kniegelenke.

Ich verstaue sie dann aber meist im Rucksack. Ich habe gerne die Hände frei. Außerdem bekomme ich durch die Stockgriffe schnell Blasen an den Handflächen und mag deswegen keine Handschuhe tragen. Und schließlich stört mich das Dauergeklickere schon genug bei anderen Wanderen, da muss ich nicht unbedingt auch noch selbst mitmachen.

Normale, wenig steile Abstiege

Hier entscheide ich von Fall zu Fall, je nach Untergrund und Geländemorpholgie. Gibt es gehäuft hohe Stufen und/oder besonders schwierigen Untergrund, benutze ich die Trekkingstöcke gelegentlich. Sonst eher nicht.

Trekkingstöcke barfuß 4

Hier noch ohne Stöcke…

Winterwandern

Wo sie eher stören

In Klettergelände stören Stöcke meist gewaltig und müssen deshalb sicher verstaut werden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass man mit ihnen nicht irgendwo hängen bleibt. Auch auf schmalen, ausgesetzten Pfaden stören Stöcke meist mehr als sie nutzen.

Abstieg vom Säuling

Fazit

Trekkingstöcke können bei Barfußtouren in gebirgigem Gelände eine große Hilfe sein. Ich nehme sie deshalb bei den meisten Touren mit, auf denen eins oder mehrere der zuvor aufgeführten Haupteinsatzgebiete absehbar ist.

Wichtig ist, dass die Trekkingstöcke einen Teleskopmechanismus haben und sich auf ein möglichst kurzes Maß zusammenschieben lassen. Außerdem sollten sie möglichst leicht sein. Ergonomisch geformte Griffe sind auch nicht schlecht. Ich benutze relativ günstige Teleskop-Trekkingstöcke aus Carbon , die sich bisher bestens bewährt haben. Da gibt es hinsichtlich der Griffe und vielleicht auch der Mechanik sicher bessere (und wesentlich teurere) Modelle, mir reichen sie völlig.

Trekkingstöcke

Prima ist, wenn man dazu einen leichten Tourenrucksack hat, an dem sich die Stöcke außen befestigen lassen und der außerdem Außentaschen für die gerollten Minimalschuhe hat. So etwas fehlt mir leider noch. Mein Fahrradrucksack hat aus unerfindlichen Gründen keine Halterung für Trekkingstöcke…

Wolfgang Hilden

Ich bin Jahrgang 1955, Vater zweier erwachsener Töchter, und verbringe seit dem Sommer 2016 viel Zeit im traumhaft schönen Allgäu bei Füssen, wo Eva schon länger ihr Zelt aufgeschlagen hat. Hier kann ich zusammen mit ihr meiner Berg- und Radfahrleidenschaft frönen. Barfuß lebe ich seit 2012.

Meine Artikel - Homepage

Das könnte Dich interessieren:

11 Gedanken zu „Trekkingstöcke – Hilfe für das Barfußwandern?“

  1. Das stimmt, Ingo, man darf den Stock wirklich nicht fest halten. Ehe ich barfuss war, habe ich in den Bergen IMMER Stöcke benuzt. Ich habe sie nur ganz locker gehalten, die konnten an den Stockschlaufen „schwingen“. Die Schlaufen habe ich immer gut angepasst. Wobei ab einem gewissen Alter (vollgeschwitzt) haben auch dann die Schlaufen bei mir zu Blasen geführt. Entweder ich musste sie waschen, was fummelig ist, da die Dinger nach einigre Zeit festsitzen und kaum wegzubekommen sind, oder ich habe dann Handschuhe getragen, wie sie in der Gymnastik getragen werden, die nur die Handballen schützen. Immer, wenn ich neue Stöcke hatte oder Schlaufen austauschte, traten die Blasen nicht mehr auf.
    Ich habe mit der Zeit nur noch Stöcke verwendet, deren Griffe nach unten um den Schaft verlängert sind. Bei Hangtraversen musste ich so nicht dauernd die Längen verstellen. Den talseitigen Stock hält man dabei normal, den bergseitigen kann man am Schaft umfassen, was gut geht, da dort ja eine Ummantelung sitzt. Ansonsten hatte ich es wie Wolfgang, ich fand eine gute Universallänge, mit der ich Auf-und Abstiege bewältigt habe. Mir ist bei einem Stock auch ein leichtes Gewicht wichtig, das merkt man bei langen Touren in den Bergen nämlich schnell. Auch in schwierigem Gelände, in dem man sich die Stöcke auch mal schnell zwischen Rucksack und Rücken steckt, weil man mal kurz die Hände gebrauchen muss, sind leichte Stöcke sehr wertvoll. Ausserdem ziehe ich Carbon- den Alustöcken vor. Mir sind unter den harten Bedingungen der Verzascheser Alpen im steilen, unwegsamen Gelände mehrere Alustöcke gebrochen, was sehr unangenehm und unter Umständen gefährlich sein kann! Die Carbonstöcke dagegen halten seit vielen Jahren.
    Glitschige Bedingungen, wie Ihr sie schildert, mag ich! Die erziehen mich nämlich zu einer sehr sauberen Gangart. Wann immer ich ausgleite, so habe ich festgestellt, bin ich selber schuld. Als Barfüssige gibt es bislang nur zwei Untergründe, auf denen ich auch mit der besten Technik ausgleite: auf steilen Abstiegen auf trockenem Buchenlaub (dann nehme sogar ich Stöcke raus und pfeife auf das verloren gegangene lockere Körpergefühl) oder auf veralgten Steinen am Flussufer. Ansonsten reicht es, schön in den Fuss zu stehen, das ganze Gewicht draufgeben und mit den Zehen stabilisieren.
    Geniesst Eure Touren und tragt Sorge!
    Liebe Grüsse
    Dorothea

    1. Gerade komme ich von einer Wanderung auf dem Hauptwanderweg 1 (Schwäbische Alb Nordrandweg) zurück. Dabei habe ich mir die genannten Dinge gründlich durch den Kopf und durch die Füsse gehen lassen:

      1) Meinen Stock habe ich am Griff mit Tennisband umwickelt. Dadurch rutscht er nicht in der Hand. Rutschen bzw. Scheuern ist der Vorgang, der Blasen erzeugt

      2) Deine Gehstilbeschreibung hört sich interessant an, ich verstehe sie aber nicht, scheint mir. „In den Fuss zu stehen“. Was genau bedeutet das?
      In der Ebene habe ich keine Probleme mit Ausrutschen. Es dürfen keine Seitenkräfte wirken, das kann man durch das Auftreten durchaus steuern. Auf meinen Wegen finde ich aber immer wieder starke Steigungen, z.T. 40% und feuchte Erde. Mit ganz vielen Rutschspuren von Schuträgern.
      Ich gehe dann weitgehend mit den Grosszehen (also kein Ballengang…). Diese können sich, wenn sie trainiert sind, winzige Punkte an in der Erde eingebetteten Steinen oder Löchern zu Nutze machen. Es wird also Formschluss mit dem Untergrund hergestellt. Beim Betrachten von Bildern von erfahrenen Kletterern, die barfuss hochgehen, meinte ich zu erkennen: die machen das wohl auch so.
      Meine Fusssohle ist viel zu glatt, als dass sie einen Kraftschluss mit der Erde herstellen könnte.

      1. Hallo Ingo

        Du meinst eigentlich dasselbe wie ich. „in den Fuss stehen“ meint, dass ich mit dem ganzen Gewicht auf den Fuss stehe, nicht nur halb, denn dann rutsche ich schnell weg oder belaste falsch. Das klappt auch in einer Steigung und bis zu einem gewissen Grad auf rutschigem Boden. Dabei mache ich mir genau das zunutze, was Du sehr schön beschrieben hast: Formschluss mit dem Untergrund herstellen. Aber eben, wirksam ist das nur, wenn ich auch mein Körpergewicht über den betreffenden Fuss verlagere, also „in den Fuss stehe“

        Liebe Grüsse
        Dorothea

  2. Hallo Ingo
    Klingt einfach und logisch, ist theoretisch ein Stück weit so, ist aber schwer umzusetzen, wenn jemand wie ich mehr als vierzig Jahre lang mit grossen Schritten und viel Abstosskraft gegangen ist. Ausserdem ist es nicht einfach damit getan, nach vorn den Schritt zu kürzen und nach hinten zu verlängern. Der ganze Körper geht, nicht bloss die Beine! Das Schwierigste an der Umstellung für mich ist, dass der Impuls aus dem Bauch kommt. Ich komme nicht mehr vorwärts, weil ich mit dem Fuss abstosse, sondern, weil mein Körper „nach vorn fällt“. Bei Kleinkindern sieht man das sehr schön. Wenn es mir gelingt, fühlt es sich an, als ob ich Rückenwind hätte, ich gehe fast von selbst! Auch geht es sich so viel einfacher über so liebliche Untergründe wie die hier leider allgegenwärtigen Forst- und Feldwege, die mit scharfkantigem Kalkschotter geschottert sind.
    Liebe Grüsse
    Dorothea

  3. Auch ich habe festgestellt, dass der Stock besonders bei nassem Wetter sehr hilfreich sein kann. Mein Kompromiss: nur ein Stock. Mit zweien komme ich nicht klar. Nach meiner Erfahrung müssen zwei Stöcke sehr kritisch längsangepasst werden, sonst stimmt der Rhythmus nicht. Und wenn sich der Weg ändert, geht es von vorne los. Ausserdem ist dann keine Hand mehr frei, z.B. für die Karte usw.
    Blasen vermeide ich, indem ich die Schlaufe gut längenangepasst benutze, und den Stock nur mit drei Fingern von vorne in der Phase des Vorwärtsbewegens der Hand mit leichtem Druck fixiere. Wer sich auskennt: so wie man einen Bogen hält, nicht greifen, sondern mit minimalem Kontakt.
    Auch meine Füsse sind inzwischen ganz blank von unten. Wenn man da nicht die Zehen bei jedem Schritt sorgfältig in den Boden bohrt, liegt man – ohne Stock – am Hang schneller flach, als man gucken kann.
    Der Stock hilft aber auch in der Schubphase, die Schritte werden etwas grösser.
    Ausserdem kann man mit dem Stock Dornenzweige,
    Brennnesseln, nasses Gras an schmalen Wegen von sich fernhalten.
    Und vermutlich auch ein paar Zecken, die darauf sitzen.
    Mein Stock hat übrigens einen Regenschirm integriert
    (Euroschirm).
    Hochgebirgstouren mache ich nicht, sondern präferiere das Mittelgebirge. Aber auch die Schwäbische Alb besteht überwiegend aus scharfkantigem Erosionsgestein.

    Vielen Dank für dieses interessante und sehr fachkundige Logbuch.

    1. Danke, Ingo, für diesen hilfreichen Kommentar. Tatsächlich experimentiere ich noch eine Menge, setze aber die Stöcke immer häufiger ein. Ich habe eine Längeneinstellung gefunden, die für mich einen guten Kompromiss darstellt. Auch mit einem Stock habe ich es schon probiert, insbesondere auf Wegen, die in steile Hänge eingeschnitten sind und wenig Platz für den Einsatz des zweiten Stocks lassen. Das Blasenproblem ist inzwischen nicht mehr aufgetreten. Offenbar ist die Haut an den betroffenen Stellen inzwischen robuster geworden. Mir helfen die Stöcke am meisten bei steilen Auf- und Abstiegen mit hohen Stufen und, wie Du schon sagtest, bei glitschigem Untergrund, vor allem bergab. Da ist liegt man sonst tatsächlich blitzschnell auf dem Rücken. Bei weniger steilen Hängen geben sie ansonsten guten Zusatzschub, den ich sehr schätze.
      In der Schwäbischen Alp bin ich noch nie gewandert, das muss ich unbedingt einmal nachholen. Die Landschaft ist ja herrlich. Weiter viel Spaß bei Deinen Touren!

  4. Hallo Wolfgang

    Das, was Du als „ballengangfixiert“ bezeichnest, ist den sehr ungünstigen Barfussverhältnissen in meiner Umgebung geschuldet. Es gibt bei uns eigentlich kaum Naturwege, nur scharfkantigen Kalkschotter! Wenn ich nicht dauernd Minimalschuhe tragen will, muss ich mich damit abfinden, und auf solchen Wegen geht es sich mit einer anständigen Technik nun mal besser. Ich bin auch, was die Knie angeht, vorgeschädigt, dazu kommt eine sehr schmerzhafte Stelle am rechten Ballen, die ich nur mittels einer vernünftigen Gehweise halbwegs im Griff habe. Sagen wir es eher so, ich bin aufgrund meiner ungünstigen Voraussetzungen sensibilisierter als andere und aufgrund anderer Hobbies sehr gewohnt, in den Körper hineinzuhorchen und zu spüren, wenn es irgendwo anspannt, lockert usw.
    Ballengang bedeutet übrigens NICHT, nur über den Ballen zu gehen!! Es ist sehr wohl so, dass der Ballen den Boden zuerst berührt und quasi den Boden abtastet und erste Informationen gibt, was zu erwarten ist. Danach aber ruht der ganze Fuss einen Moment lang am Boden, ehe er wieder abhebt. Unter Ballengang verstehe ich viel mehr als nur die Art und Weise, wie die Füsse auf dem Boden stehen! Ballengang betrifft den gesamten Körper. Für mich bedeutet es, dass ich mich nicht mehr mit den Füssen in dem Mass abstosse, wie ich das mit Schuhen getan habe, sondern zur Hauptsache durch mein eigenes Gewicht vorankomme. Der Vorwärts-Impuls kommt aus dem Bauch heraus. Wenn ich losgehe, geht nicht mehr mein Bein zuerst voran, sondern mein Oberkörper bewegt sich, die Füsse folgen hinterher. Die Füsse dienen dem Vortrieb (sonst würde ich ja auf der Stelle treten!), Tempo macht aber der Körper und es kommt nicht mehr primär aus dem Fuss. Ich liebe dieses lockere, aufrechte Gefühl, das entsteht und das durch meinen ganzen Körper geht. Ich trete weiter hinten als vom Fersengang her gewohnt auf. So steht mein ganzes Gewicht direkt über meinen Füssen, was mir gerade in gerölligen Abstiegen und heiklen Situationen grosse Sicherheit gibt. Nutze ich dann die Stöcke, habe ich das Gefühl, mein Schwerpunkt verlagert sich zu weit nach oben sowie zu weit nach vorne, sodass ich eher das Gleichgewicht verliere und dazu tendiere, die Füsse unsauber aufzusetzen und zu grosse Schritte zu machen.
    Wie Du richtig sagst, Stöcke erweitern den Radius. Mir erleichtern sie Aufstiege mit viel Gepäck sowie Abstiege mit hohen Tritten und Stufen und ich kann mir vorstellen, dass sie in manchen Hangtraversen zur Balance beitragen können. Auch auf Schnee sind sie unter Umständen durchaus hilfreich. Mir aber kompromittieren sie als Barfüsserin mehrheitlich meinen aufrechten, lockeren Gang. Ich hätte das nie so erwartet, ich war zu Schuhzeiten eine vehemente Stockverfechterin und bin während Jahren nur mit Stöcken unterwegs gewesen. Wenn ich nun das Gefühl bekomme, dass die Stöcke stören, akzeptiere ich das, ich habe gelernt, auf meinen Körper zu hören.
    Ich gehe noch nicht soo lange barfuss, und ich befinde mich in der Umstellung. Kann sein, dass ich, sobald alle neuen Bewegungsmuster völlig automatisch sitzen, nicht mehr den Eindruck habe, die Stöcke würden meinen Gang kompromittieren. Ich lasse es einfach auf mich zukommen.
    Es gilt zu akzeptieren, dass es auch hier offensichtlich keine allgemeingültigen Empfehlungen gibt und dass es einmal mehr heisst, jede/r spürt in seinen eigenen Körper rein und tut das, was ihm oder ihr gut tut und für ihn oder sie stimmt. Für manche sind Stöcke unverzichtbar, für manche stören sie.

    Liebe Grüsse
    Dorothea

    1. Hallo Dorothea,

      hat sich doch gelohnt, ein wenig auf den „Ballengangknopf“ zu drücken. Fast ein kleiner Gastbeitrag. 😉 Danke dafür!

      Muss ich mal ausprobieren. Den Oberkörper nach vorne schieben und ich gleite locker und aufrecht den steilen Hang hinauf. Nee, nur Spaß.
      Deine Schlussbemerkung kann ich nur voll unterstreichen. Es gibt keine allgemeingültigen Empfehlungen. So sehen wir auch all das, was wir hier im Blog von uns geben. Wir beschreiben das, was wir als gut und hilfreich für uns empfinden, nicht mehr und nicht weniger.

      Liebe Grüße aus dem mit scharfkantigen Kalkschotterwegen reichlichst gesegneten Allgäu,

      Wolfgang

    2. Wie wäre folgende Beschreibung: Vokuhila:
      nach vorne kurz, nach hinten den Schritt lang machen.
      Dann setzt man automatisch den Ballen zuerst auf, übrigens die Aussenkante (im entspannten Zustand).
      Mit dieser Art zu gehen ist man dann wieder so schnell, wie die Schuhträger. Und ja, man geht dann etwas aufrechter, als wenn man sich beim Gehen eher zurücklehnt, und die Füsse vor den Körper streckt, wie das mit Schuhen üblich ist.

  5. Ich finde es interessant, wie Du zu einem völlig anderen Resultat gelangt bist wie ich, die ich ähnliche und oftmals auch schwierigere und längere Touren gehe wie Du! Ich habe auf Stöcke geschworen, solange ich Bergschuhe getragen habe, und sie vor allem als „Schubmacher“ genutzt. Seit ich aber barfuss unterwegs bin, mag ich sie nicht mehr brauchen. Gerade in Abstiegen habe ich das Gefühl, Stöcke kompromittieren meine Körperhaltung, mein Gleichgewicht und damit meinen Ballengang. Ich fühle mich, seit ich keine Schuhe mehr trage, in fast allen Situationen, in denen Du als Barfüsser gern die Stöcke hervornimmst, viel sicherer, wenn ich ohne unterwegs bin.
    Ich verwende Stöcke nur noch in wenigen Situationen: wenn ich einen schwereren Rucksack trage, in besonders steilen Aufstiegen, oder wenn es sich um einen Abstieg mit hohen Tritten handelt.
    Immer wieder stelle ich fest, dass ich, wenn ich Stöcke verwende, eher ausgleite – eben weil meine gute Haltung und meine Balance durch die Stöcke gestört werden! Da ich aber gern noch länger lebe, verzihte ich daher meist darauf.
    Es scheint, dass die Berwendung von Stöcken etwas sehr subjektives ist.

    1. Hallo Dorothea,

      ja, ist schon interessant, wie unterschiedlich Du das empfindest. Mit Bergschuhen fühlte ich mich durch Stöcke tatsächlich eher behindert und gefährdet, auch was die Balance angeht. Also so, wie Du das jetzt barfuß erlebst. Und deshalb habe ich auch in den 5 Jahren, die ich jetzt barfuß wandere, nur selten Stöcke benutzt. Besonders in diesem Jahr kam ich dann aber auf vielen Bergtouren barfuß häufig in Situationen, wo ich mir Stöcke herbeiwünschte. Steile Abstiege auf Geröllpfaden, Aufstiege in steilen, rutschigen Geröllfeldern, Abstiege auf Wegen mit hohen Stufen, Touren auf durch Regen spiegelglatt gewordenen abschüssigen Erdpfaden. Die Lösung waren dann meist Minimalschuhe mit Profil, was mich ärgerte.

      Trekkingstöcke erweitern meinen Barfußradius und schränken ihn nicht ein. Allerdings bin ich auch nicht so auf den reinen Ballengang fixiert wie Du. Eher im Gegenteil empfinde ich es für mich als günstiger, auf eher ebenen Geröllpfaden mit dem ganzen Fuß aufzutreten, weil sich dann das Körpergewicht besser auf die Fußsohle verteilt. Bei Aufstiegen gehe ich dagegen fast zwangsläufig im Ballengang, bei Abstiegen ebenso. Situationsangepasst eben. Und so benutze ich auch Trekkingstöcke. Situationsangepasst, so, wie ich es gerade als hilfreich empfinde. Die restliche Zeit verschwinden sie im Rucksack.

      Liebe Grüße, Wolfgang

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.