Der Weg ist das Ziel

Der Weg ist das Ziel – Gastbeitrag von Christian

Auf zum Bismarckturm bei Ingelheim

Das Wetter war heute so schön, da musste ich einfach los…

Rebecca wollte auch raus, also fuhren wir beide Richtung Ingelheim. Unser Ziel: der Bismarckturm …den wir aber nicht gefunden haben… Dazu gleich mehr.

Wir sind also nach Ingelheim gebraust – und nach Navi gefahren. Das konnte ja nur schief gehen. Wir sind solange gefahren, bis wir das Schild „Bismarckturm“ entdeckt hatten. Und diese wunderschöne, kurvige Straße, umringt von Weinbergen, sind wir hinauf gebraust. Ja, wir lieben enge Kurven und schmale Straßen.

(Anmerkung der Redaktion: die kleine Rebecca ist eine Powerfrau mit 165PS und liefert Rennfeeling, inkl. Meldung jedes einzelnen Splittsteinchens… wir hatten mal eine etwas lahmere Version als Leihwagen)

Dann kam eine Weggabelung: Fahren konnte man entweder nach links zum Weingut Schloss Westerhaus oder nach rechts zu einem Pferdegestüt und einem Wanderer-Parkplatz. Die Entscheidung fiel für rechts. Den Parkplatz hat Rebecca erfolgreich gefunden und sich ein schattiges Plätzchen ausgesucht. Sie wollte wohl ihren (Nagel?)Lack etwas schonen.

Rebecca im Schatten

Auf Abwegen

Irgendwie geriet dabei der Bismarckturm in Vergessenheit. Ich hatte nur noch Pferde, Bäume und Wandern im Kopf. Ich verabschiedete mich von meiner Knutschkugel und wanderte los.

Der Weg war butterweich und vom vielen Regen noch schön nass. Genau richtig für meine Füße. Es ging vorbei an vielen Wiesen, und dort weidenden Pferden.

Pferde am Weg

Zwischendurch wurde es sehr matschig, meine Füße haben sich tierisch gefreut. In regelmäßigen Abständen fanden sich sogar kleine Fußwaschpfützen, sehr barfußfreundlich.

Matsch

Pfützen auf dem Weg

Fußwaschpfütze

So ging es immer weiter, bis ich einen Weg entdeckte, der mir richtig gut gefiel. Auf einer Seite Bäume und Pferde, auf der anderen Seite des Weges Felder, soweit das Auge reichte.

Also bog ich ab und folgte ganz spontan kilometerweit dem Weg. Bismarckturm adeeeee. Der Weg ist das Ziel, den Turm kenne ich eh schon 😉

Auf Barfußentdeckungstour

Also ging ich meinen persönlichen Barfußpfad, reich von Natureindrücken, Weitblicken und Barfußabdrücken.

Wiesen

Weitblicke

Der Boden war superweich, und die Erde quirlte nur so zwischen meinen Zehen hervor. Ach, ich muss es nicht beschreiben, ihr wisst wie super toll sich das anfühlt. Wer braucht schon Sonne Strand und Meer? Durchnässte Feldwege geben viel mehr her!

Matsch ist herrlich

Matsch ist herrlich

Nach dem an Ausblicken reichen Wanderweg ging es direkt in den schönsten Wald hinein.

Natureindrücke

Natureindrücke

Natureindrücke

Im Wald

Im Wald

Am Eingang begrüßte mich ein äußerst interessanter Baum. Er hat ein Loch in der Mitte, das sich wie ein Brunnen mit Wasser gefüllt hatte. Dem gleichen Phänomen bin ich am Ende meiner Wanderung noch einmal begegnet (nein, es war nicht der selbe Baum, es gibt wirklich zwei davon!).

Baumbrunnen

Baumbrunnen

So ging ich weiter, biss ich zwei tolle Sitzgelegenheiten fand.

Rastplatz

Die Gelegenheit wurde genutzt, und ich legte kurz meine Füße hoch.

Pause

Ich aß meine Karotten (nein, ich habe den Pferden nichts abgegeben, ich bin gemein, ich weiß 😉 ) und dann ging es weiter durch den Wald.

(Anmerkung der pferdebesitzenden Redaktion: Gut, dass Du den Pferden nichts gegeben hast; die haben nämlich ein sehr empfindliches Verdauungssystem und eine starke Neigung zu lebensgefährlichen Darmkoliken durch falsche Ernährung; ahnungslose Pferdefütterer haben schon so manches Pferd auf dem Gewissen. Merke also: Pferde sind keine Enten…!!! )

Aug in Aug mit den Waldbewohnern

Auf einer kleinen Lichtung stand im Gras ein Reh, das mich neugierig anschaute. Bis ich mein Handy raus geholt hatte, war es aber schon zwischen den Bäumen verschwunden.

So ging es weiter, bis ich plötzlich einen „Blinden Passagier“ auf meinem Ärmel entdeckte. Oje, die arme Raupe war schon ganz grün im Gesicht, ich habe sie vorsichtig abgesetzt, mein Laufstil ist ihr wohl nicht gut bekommen.

Blinder Passagier

Donnerwetter und glücklicher Abschluß

Dann hörte ich ein Donnern. Und da ich vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sah (ähh, den Himmel), bin ich wieder Richtung Rebecca gelaufen.

Ich wurde von dicken Regenwolken verfolgt, aber meine Füße waren schneller und ich bin trocken und glücklich wieder angekommen.

Das Beste aber an der ganzen „Turmbesichtigung“ war, dass ich insgesamt nur einem Menschen begegnet bin (mit seinem Hund). Wäre ich bei dem Wetter wirklich beim vielbesuchten Turm gelandet, hätte ich wohl aufpassen müssen, dass mir niemand auf auf meine Füße tritt.

Es war eine wunderschöne Wanderung, ganz alleine, mitten in der Natur.

Ich habe beschlossen exakt den gleichen Weg, dieses Jahr, als meine erste, selbst geführte Barfußwanderung anzubieten. Am besten nach einem großen Regen, auf dass sich alle Füße auch sauwohl fühlen.

Und zum Schluss noch ein Fazit:

Der Weg war zwar nicht der, den ich suchte, aber letztendlich goldrichtig!

Liebe Grüße und warme Füße

Euer Barfußdichter

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Barfussdichter

Ich bin der Christian, ein naturverbundener und tierlieber Winzer aus Rheinhessen. Meine Wohnungseinrichtung und mein Musikgeschmack ist in den 50ern und 60ern stehen geblieben. Seit September 2013 laufe ich privat, Sommer wie Winter, immer und überall barfuß. Meine großen Hobbys sind: auf Flohmärkten meinen Jagd- und Sammeltrieb ausleben, Barfußwandern und Gedichte schreiben.

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2 Gedanken zu „Der Weg ist das Ziel – Gastbeitrag von Christian“

  1. Die Wanderung war wunderschön,
    es war traumhaft, barfuß durch die Landschaft zu gehen,
    nach dem großen Regen,
    sich auf dem durchnässtem Boden zu bewegen.
    durch jede einzelne Pfütze zu laufen
    und sich hier und da, mal zu verlaufen 😉
    das nasse Gras unter den Füßen zu spüren,
    und alleine durch den Wald zu irren,
    dort fahre ich auf jeden Fall noch einmal hin,
    jetzt habe ich ja Übung drinn 😉

    Ein Hochgenuss für alle Füße,
    Alles Gute und Liebe Grüße

    vom Barfußdichter

  2. Das ist eine sehr schöne Landschaft 🙂
    Ja und der Weg war bestimmt klasse mit den vielen weichen, matschigen Stellen, so etwas mag ich auch sehr.
    Hier im Lahn Dill Bergland ist es ähnlich.

    165 PS für so einen Zwerg ist schon gewaltig 🙂

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