Pflege meiner Füße

Meine baren Füße und ihre Pflege

Pflege der baren Füße

Eine Frage, die häufig auf offener Straße oder in netten Gesprächen an mich gerichtet wird: Wie pflege ich meine Füße? Brauchen sie eine besondere Aufmerksamkeit? Womit pflege ich sie und wie oft?

Als ich vor nunmehr 2 Jahren mit dem Barfußlaufen begann, waren meine Füße einfach „nur“ Füße. Besondere Beachtung habe ich ihnen nicht geschenkt. Hauptsache sauber und gesund. Punkt. Dann kam das Barfußlaufen und damit rückten meine Füße in den Vordergrund. Von jetzt auf gleich sollten meine Füße plötzlich das leisten, was bisher die Schuhsohlen übernommen hatten. Meine Fußsohle war noch weich, die Ballen am Vorfuß flach und ebenso wie die Ferse ohne stabile Sohlenhaut.

Kosmetika für die Füße?

Um über „Stock & Stein“ laufen und barfuß größere Entfernungen zurücklegen zu können, sollte ich mich nun intensiver um meine Füße kümmern. Schließlich wollte ich keine Blessuren, Blasen oder sonstige Unannehmlichkeiten davontragen. Als praktizierende Minimalistin in Sachen Kosmetika, verzichte ich seit vielen Jahren u.a. auf Salben und Cremes jeglicher Art. Einzig natives Kokosöl benutze ich für die Hautpflege und das auch nur bei Bedarf. Ergo fand sich bei mir auch nichts, was meine Füße bzw. die Fußsohlen dabei unterstützen könnte, sich schneller und besser auf die neue Situation einzustellen.

Am Anfang, als die Fußsohlen noch weich und sehr durchlässig waren, nahmen sie dankbar Oliven- bzw. Kokosöl auf. Doch irgendwie war das nicht ausreichend. Mein Gefühl sagte mir, die Sohle braucht mehr Unterstützung, um diesen neuen Strapazen gewachsen zu sein.

Feuchtigkeit oder eher Fett?

Nun gibt es ja Mittel wie Sand am Meer, die alle ihr Bestes versprechen. Ich wollte nach Möglichkeit auch hier eine hauptsächlich natürliche Substanz. Das Mittel meiner Wahl sollte dabei folgende Aspekte berücksichtigen:

  • schnell in die Haut einziehen
  • keinen Fettfilm auf der Haut zurücklassen
  • das Hautmilieu positiv unterstützen

Die ersten beiden Punkte sind für mich wichtig, da ich Teppich- und Fliesenboden in der Wohnung nicht mit dem Fett versauen möchte und auch weiterhin keine Socken tragen möchte. Dazu kommt, das ein zurückbleibender Fettfilm die beste Panade ist, um alles, wodurch man draußen so läuft, unter/auf dem Fuß festzuhalten. Deshalb schied das natürliche Wollfett Lanolin aus, ebenso Melkfett.

Meine persönliche Erfahrung

Durch Recherche auf verschiedenen Wander- und Barfußseiten im Netz fand ich zum Hirschtalg. In den ersten 3 Monaten cremte ich meine Füße allabendlich nach der intensiven Fußbadgrundreinigung mit Hirschtalg der Fa. Scholl  ein (der echte in der grünen Tube). Außerdem noch unmittelbar vor jeder größeren Wanderung. Somit blieben meine Fußsohlen geschmeidig und konnten sich gleichzeitig festigen. Risse, Schrunden und Riefen wurden vermieden. Der normale Abrieb beim Laufen auf natürlichem Boden und Asphalt verringerte die an einigen Stellen vorhandene Hornhaut. Sie veränderte sich, wurde geschmeidig und glatt. Mit dieser Creme habe ich meine Füße optimal versorgt und vorbereitet auf ihre neue Aufgabe. Ich massiere sie nach wie vor 1x die Woche ausgiebig in meine Fußsohlen und Zehen.

Hirschtalg der Fa. Scholl

In den ersten Wochen waren meine Füße jeden Abend schmutzig. Heute weiß ich, dass das hauptsächlich auf die noch weiche und ungeschützte Sohlenhaut zurückzuführen war. Erdpartikel u.a. Bodenstoffe wurden aufgenommen und setzten sich in den Poren fest. Häufig musste ich mit der Wurzelbürste die Sohlen schrubben, um sie sauber zu bekommen. Nach etwa 3 Monaten ließ das durch die Veränderung der Sohlenstruktur nach.

Zauberwort Urea

Wenn ich nach ausgedehnten Wanderungen nach Hause komme, massiere ich nach dem Duschen eine Creme mit 10% Urea  in meine Fußsohlen und Zehen ein. Der Urea-Anteil bewirkt, das sich meine strapazierten Füße schnell erholen. Auf jeden Fall heilen auch kleinere Schrunden, etwa verursacht durch Dornenranken oder scharfkantige Felsstücke, rasch ab.

Fusscreme von Balea mit 10% Urea

Im normalen Alltag creme ich meine Füße nicht mehr jeden Tag ein, das Barfußlaufen aktiviert ihren eigenen Schutz. Das merke ich daran, das sich die Haut meiner Füße ohne Eincremen „satt“ anfühlt. Es ist allerdings auch abhängig vom Wetter. Besser gesagt: laufe ich viel durch Nässe, Matsch und Kälte (oder über kalkfelsige Untergründe), brauchen auch die Füße mehr „Nahrung“. Dagegen reicht es bei trockenem, schönen Wetter mittlerweile, wenn ich sie alle 5-6 Tage eincreme.

Schleifpapier für eine glatte Haut

Intensiviert hat sich meine Pflege der Oberflächenhaut der Fußsohlen. Nach jeder anspruchsvollen Barfußtour glätte ich mit einem Schleifblock die strapazierte Haut der Fußsohle und insbesondere der Ränder. Feine Risse, rauhe Stellen und dickere Haut (Hornhaut) an den Rändern werden damit beseitigt. Gleichzeitig wird hartnäckiger Schmutz entfernt, wie Baumharz oder auch im Sommer Teerpartikel von der Straße. Den Schleifblock wende ich am trockenen Fuß an, während ich den Bimsstein nass benutze, z.B. während des Badens oder Duschens.

Was benutzt Du für Deine Fußpflege?

Eva Maria Lockstaedt

Ich bin Jahrgang 1966, Mutter zweier erwachsener Kinder und selbstständig mit einem Buchungsservice für Vermieter von Ferienwohnungen und Gästezimmern. Das wunderschöne Allgäu ist mein Zuhause. Seit 2015 lebe ich barfuß, Sommer wie Winter. Unser Blog erzählt davon.

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7 Gedanken zu „Meine baren Füße und ihre Pflege“

  1. Tatsächlich ist die Hautpflege eine sehr individuelle Angelegenheit, auch eine Frage des Alters. Es ist leider so, dass die Haut mit den Jahren immer mehr zur Trockenheit neigt, so auch bei mir. Ich hatte zu Beginn meines barfüßigen Lebens massive Probleme mit der Fußhaut. Schrunden, Hautablösungen, offene Stellen an und zwischen den Zehen. Alles Herumlaborieren mit diversen Mittelchen, die mir von Barfußfreunden empfohlen wurden, halfen nichts. Ich war ziemlich verzweifelt und meine Füße nicht mehr unbedingt eine Referenz für die Vorteile des Barfußlaufens. Am Ende waren es eine Podologin und ein Hautarzt, die für mich (!) die passende Lösung fanden. Ein phantastischer nicht fettender Fußschaum von Allpresan mit 10% Urea und zu Beginn eine Zinkcreme gegen wunde Stellen zwischen meinen z.T. eng anliegenden Zehen. Leider muss ich den Schaum täglich anwenden, weil sich sonst die Probleme zurückmelden.

    Aber Achtung: trockene Haut ist nicht immer das Problem, bei manchen ist es auch Fettmangel. So etwas lässt man bei fortgesetzten Problemen am besten durch einen Hautarzt klären.

  2. Hallo,
    ja, die grüne Hirschtalg ist super, die nehme ich auch.
    sonst normales waschen und nichts weiter:-)
    Urea kannte ich noch nicht, werde ich mir aber auch mal holen.
    LG. in`s schöne Allgäu

  3. Ich muss gestehen, dass ich seit dem ich barfußlaufe (über 3 Jahren) meine Füße im Bach wasche, oder zuhause mit Wasser und Seife…
    Eingecremt, habe sie nur bei Wanderungen mir Sonnencreme, aber sonst nie.

    Liebe Grüße

    vom Barfußdichter

  4. Den Hirschtalg werde ich mir gleich heute mal kaufen. Für eine Frau habe ich ziemlich hornige Füße und etliche Schrunden. Bisher hat nie was geholfen, letztes Jahr habe ich aufgrund meiner Basenkur auf die Fußcreme von Dr. Töth umgestellt. So gut waren meine Füße noch nie. Allerdings schließt sich eine Schrunde gar nicht mehr weiter, da hoffe ich jetzt auf den Hirsch 🙂 Danke für den T ipp

      1. Danke, die besorge ich mir dann auch noch. Der Hirschtalg ist ja sehr reichhaltig aber irgendwas juckt mich damit….muss ich weiter probieren. Trotzdem freuen sich meine Barfüsse über die extra Pflege.

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