Eva

Eva

Hallo,

ich bin die Eva (*1966) und lebe in Roßhaupten im wunderschönen Allgäu (dort, wo in etwa mein Finger hinzeigt).

da hinten wohne ich

Dieses Bild entstand im September 2014 auf dem Säuling. Es zeigt den Forggensee, flankiert vom Hopfensee (links) und dem Bannwaldsee (rechts). Damals noch in meinen Wanderschuhen, bin ich nun seit Sommer 2015 barfuß unterwegs. Einen „Stichtag“ gibt es nicht – ich habe von Juni an einfach immer öfter die Schuhe zu hause gelassen.

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Mich hat das Barfußlaufen schon immer begeistert, gehört es doch zu einer natürlichen Lebensweise, der ich schon immer heimlich verfallen war und die ich auch schon oft – mal mehr mal weniger intensiv – gelebt habe. Doch wie die meisten schon von Kindheit an auf Schuh gepolt, wurde Barfußlaufen in Verbindung gebracht mit Verletzungsgefahr, mangelnder Hygiene, Fußpilz und Blasenentzündung. Als Teenager kam mir der Gedanke, das die Naturvölker wohl deshalb aussterben mussten – weil sie barfuß krank wurden und starben. Wenn ich heute daran zurückdenke, werde ich bis über beide Ohren rot über soviel Naivität.

Ich gehörte zu den glücklichen Kindern, die noch in intakter Natur auf dem Lande aufwachsen durften – dennoch hieß es immer „zieh Dir was an die Füße, Kind, Du erkältest Dich“. Meine Mutter nervte diese Schallplatte selbst, glaube ich, doch was sollte sie mir denn raten, sie hatte es selbst nicht anders gelernt (obwohl ich das bezweifel, wenn ich alte Fotografien sehe, auf denen sie barfuß ist). Ich bekam also die für meine Generation typischen Hohl-, Knick-, Senk- und Spreizfüße, dazu massives LWS, BWS und HWS, was dazu führte, das ich schon als junge Erwachsene viel zu häufig krankgeschrieben war, unter teilweise unsäglichen Rückenschmerzen litt und man mir 1990, da war ich grade mal 24 Jahre, einen vorzeitigen Hüftgelenksverschleiß diagnostizierte.

Bis zu diesem Zeitpunkt trug ich regelmäßig meine Einlagen in bequemen Schuhen. Dazu möchte ich anmerken, das ich, obwohl Frau, niemals Schuhe mit Absätzen getragen habe. Typische Damenschuhe hatten noch nie was mit meiner Einstellung zu einer natürlichen Lebensweise zu tun, zumal meine Spreizfüße sich nur in vorne breiten Schuhen wohlfühlten. Meine Favoriten waren (zum Leidwesen meiner Mutter, die schon immer eine „Dame“ war) Turnschuhe, derbe Treter mit Zehenfreiheit, Boots, Ballerinas (Schläppchen), Espandrilles, Sandalen im Sommer.

Dann kam DER Sommer 1992, den ich auf einer Alm im Oberallgäu verbrachte – welch Genuß, gemeinsam mit den damaligen Bergbauern barfuß zu sein. Lediglich zum Melken trugen wir stabile Gummiclogs. Dieses Leben war wie geschaffen für mich, Natur pur, der Brunnen im Hof unser Badezuber ;-). Das waren die ersten schmerzfreien Monate, an die ich mich im Laufe der nächsten Jahre erinnerte. Ich sah allerdings nicht den unmittelbaren Zusammenhang mit dem Weglassen von Schuhen, da sich während dieser Zeit meine gesamte Lebensweise änderte, das Barfußlaufen war nur ein Part davon.

Jedenfalls trug ich seitdem keine Einlagen mehr, was zu einer entscheidenden Besserung der Wirbelsäulengeschichte führte. Auch meine Fußprobleme waren verschwunden, die ich immer hatte, sobald ich mal „vergaß“, meine Einlagen zu tragen. Ich habe noch zwei weitere dieser tollen Sommer erlebt, bevor ich wieder ins Rheinland zurück ging. Seither bin ich nicht mehr (bis Juni 2015) draußen barfuß gelaufen. Ich habe es auf mein häusliches Umfeld beschränkt, was bedeutete: Schuhe aus, sobald ich von draußen rein kam. Wenn, dann trug ich nur Socken oder Birkenstock, Flipflops oder Crocs.

Damals habe ich mich übrigens in die Berge und das Allgäu verliebt und wollte irgendwann zurückkommen und dann bleiben. Es hat erst 23 Jahre später geklappt 😉

Zu der Zeit, als die FiveFingers (Zehenschuhe von Vibram) rauskamen, fand ich die Idee klasse. Die wollte ich auch. Ging aber nicht, wegen meiner beiden zusammengewachsenen Zeige- und Mittelzehen. Das Abändern der Schuhe wäre nochmal so teuer wie die Schuhe selbst gewesen und versprach keine Aussicht darauf, das die Schuhe fortan dicht wären (Eindringen kleinster Partikel, die dann durch Reibung Blasen und Druckstellen erzeugen). So blieb es leider beim Indoorbarfußen 🙁 . Ich war einfach zu ängstlich (und ungeduldig), es auch draußen zu probieren.

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Ja, und dann kam dieser phantastische Sommer 2015. Sonne satt, kaum Regen, fast jeden Tag am See, immer Barfuß-Wetter. So ergab es sich, das ich von Juni bis Juli immer öfter barfuß lief und dann Anfang August dazu überging, nur noch barfuß – immer und überall – zu gehen. Barfuß im/als Alltag? Warum sollte das nicht möglich sein, wenn man die Füße von Grund auf daran gewöhnt?

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Dieses Experiment wollte ich wagen. Ich hab ja nichts zu verlieren. Ganz im Gegenteil, mir geht es prima damit. Es tut mir von den Zehen bis in die Haarspitzen einfach nur gut. Allerdings bekam ich im Spätsommer 2015 einen Hexenschuss, den ich auf die schnelle Umstellung der Lauftechnik zurückführe. Da ich nicht gerne einen Schritt zurückgehe, habe ich mein Gehen konsequent vom Fersenlauf in den Ballen- bzw. Vorfußlauf umgestellt, was zu einer Neuaktivierung von vernachlässigten Muskeln und Sehnen und einer damit einhergehenden Verspannung der Bein-, Lenden- und Rückenmuskulatur führte. Nach einigen Tagen und einer kleinen Bergwanderung 🙂 war dieser Spuk wieder vorbei.

Mein Rat für Barfuß-Einsteiger:

Eine schrittweise Umstellung ist sicher für den Körper angenehmer. Ich denke, je älter und untrainierter ein Körper ist, um so sanfter sollte die Umstellung erfolgen.

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„Gemeiner“ Rundkiesel am Forggensee-Ufer – nach 2 Jahren barfuß gehen kein Problem mehr 🙂

Barfuß im Job

Ich habe großes Glück, dass ich auch im Job barfuß sein kann. Als Selbstständige (elo-dienste.de) übernehme ich von zuhause aus die Buchungsverwaltung für Vermieter von Ferienwohnungen und Gästezimmern. Auch im Kontakt zu meinen Kunden und bei Auswärtsterminen erscheine ich stets barfuß.

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