Barfuß leben durch vier Jahreszeiten

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Ein Jahr – Vier Jahreszeiten

Nun bin ich ein ganzes Jahr barfuß unterwegs und genieße in vollen Zügen die ersten sommerlichen Tage. Der erste Barfuß-Winter liegt hinter mir und damit auch viele interessante Erfahrungen. Ganz vorne weg die Erkenntnis, dass meine Füße vielmehr aushalten, als ich ihnen jemals zugetraut hätte und dass es einfach nur toll ist, keine Schuhe mehr zu tragen.

Die Beschaffenheit meiner Füße bzw. der Fußsohlen verändert sich mit den Jahreszeiten. Im Sommer lederig, im Winter härter, im Frühjahr wieder weicher, jetzt wieder lederig. Sehr interessant! Sie haben sich entsprechend an Witterung bzw. Bodentemperatur angepasst und meinen Körper damit geschützt. Obenherum war ich immer gut eingepackt, was gerade im Winter ein kurioses Bild abgegeben hat 🙂

Meine Füße heute:

1-Fuesse nach 1 Jahr barfußlaufen

Stärkung des Immunsystems

Dank Barfußlaufen war ich weder erkältet noch anderweitig krank. Barfußlaufen härtet ab, stärkt Immunsystem und Körpergefühl. Ich wurde viel aufmerksamer gegenüber Temperaturen und Witterung und habe mich mehrmals am Tag entsprechend gekleidet. Mir wurde schneller warm und es war der erste Winter ohne Mütze – mir reichte ein warmes Stirnband völlig aus.

Einige Male war ich beim Skilanglaufen auf der Piste rund um unser Dorf. Das erste Mal noch wie gewohnt mit dicken Socken in den Schuhen, bekam ich dermaßen „Kochfüße“, das war schon nicht mehr schön. Beim nächsten Mal zog ich dünne Sneakersöckchen an, doch das war immer noch zu viel. Herrje, so was Kompliziertes 🙂 Erst als ich barfuß in die Langlaufschuhe stieg, fühlte ich mich einigermaßen wohl und die Tour wurde zu einem schönen Erlebnis.

eva loipe

Nie mehr mit normalen Schuhen

Das Barfußlaufen gehört jetzt zu mir wie mein Name. Ich wüsste keinen Grund, warum ich nochmal irgendwann einfach so Schuhe tragen sollte.

Es gibt nach wie vor Gelegenheiten, bei denen ich auf Gymastikschlappen oder die Leguano zurückgreife. Das sind in erster Linie unbarmherzige, lange Schotterwege oder die ausgedehnten Geröllwege ohne Ausweichmöglichkeit in den Bergen (oberhalb der Baumgrenze). Ebenso die mit Brombeerranken übersäten Waldgebiete abseits von Wegen begehe ich lieber mit Minimalschuhen. Im Herbst habe ich mir auf einer meiner Exkursionen eine solche dornige Brombeerranke durch den Zehenzwischenraum gezogen – autsch – nein, das brauch ich nicht mehr 🙂

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Gemeine Schotterwege

Meistens kann man auch an Schotterwegen entlang rechts oder links auf dem schmalen Grünstreifen gehen – nur wenn der gänzlich fehlt, weil der Schotter vielleicht im Sonderangebot war, erreiche ich meine persönliche Barfußschmerzgrenze. Das kommt allerdings wirklich selten vor.

Wenn ich mit beschuhten Wanderern unterwegs bin und im Tempo mithalten will, greife ich aus Sicherheitsgründen schneller zu den Minimalschuhen, als wenn ich allein wäre und mir aufmerksam meinen Weg suchen könnte.

Hier auf dem Weg von der Tirolerhütte runter zur Fallmühle – ein Schotterweg, der rechts und links gesäumt ist von kurzem stacheligen Gras, Dornen und Disteln. Meine Begleiterinnen schon in weiter Ferne, zog ich hier die Leguano an, um aufzuholen.

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Barfuß Radfahren

Mein Highlight hingegen ist das barfuß Radfahren. Es gibt keinen Grund, dies nicht zu tun. Das Beste daran ist, dass meine Füße und Beine überhaupt nicht mehr ermüden. Gerade bei den sommerlichen Temperaturen! Da macht eher mein Po schlapp oder die Handgelenke rufen nach einer Pause 🙂 Barfuß Radfahren mit der Moto Pedale ein schönes Erlebnis.

Eva fährt mit dem Mountainbike einen Forstweg entlang

Barfuß Joggen?

Gegen Ende des Winters habe ich mit dem Laufen (leichter Jog) begonnen. Hierbei trage ich lieber Leguano , nachdem ich mir einige Male doch recht weh getan habe. Ich konnte nicht so schnell auf spitze Steinchen reagieren, wie ich die Füße setzte. Auf dem Laufband schaffe ich mit den Leguano etwa sechs Kilometer, bevor komischerweise die Ballen anfangen zu kribbeln (unangenehm). Seit ich jedoch leichte Laufschuhe trage, kann ich größere Distanzen zurücklegen. Barfuß auf dem Laufband – hab ich probiert. Klappt aber nur etwa zwei Kilometer. Da Joggen nicht so sehr meins ist, habe ich damit wieder aufgehört 😉

Soweit zu meinen persönlichen Erfahrungen. Meine Wirbelsäule ist vom Hals bis zum Steiß entspannt, auch die Hüfte sagt kein Wort mehr auf längeren Touren. Ich fühle mich locker und leicht, habe einen beschwingten Gang. Ich brauche nicht mehr soviel Kleidung tragen, da der Stoffwechsel gut in Schwung ist. Und natürlich keine Socken mehr waschen 🙂

Ich wünsche Euch einen schönen Barfuß-Sommer!

Eure Eva

Barfuß durch vier Jahreszeiten

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Aktualisiert von Eva Maria Lockstaedt am 2. April 2018

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