Bild der Genialen Sandale an beiden Füßen

Mimimalschuhtest Geniale Sandale

Testautor: Harald

  1. Hersteller: Anika Radl (kleine Manufaktur in Wien)
  2. Modell: Geniale Sandale (Variante mit Kunstleder)
  3. Kaufdatum: Juni 2017
  4. Preis: 34 € + Versandkosten (aktuell etwas mehr)
  5. Weblink: https://genialesandale.at
  6. Schuhtyp: Minimalsandale
  7. Material: Sohle aus Gummi, darüber Echt- oder veganes Korkleder (Die Variante mit Kunstleder wird nicht mehr angeboten), Bänder aus Paracord
  8. Gewicht: Paar ca. 150 g
  9. Aussehen

Die „Geniale Sandale“ ist für mich tatsächlich das Minimalistischste, das man anziehen kann, wenn man aus welchem Grund auch immer noch eine Sohle unter den Füßen haben mag. Eine dünne flexible Sohle und ein paar Bändchen – fertig! Die Farbe der Bänder kann gewählt und prinzipiell sogar gewechselt werden. Je nachdem also eher bunt-sportlich oder unauffällig.

Geniale Sandale in der Draufsicht

Geniale Sandale von unten

  1. Verarbeitung

Wer gern bastelt, kann sich so etwas Ähnliches wie die „Geniale Sohle“ auch selbst herstellen. Wenn man sich für den Fertigkauf entscheidet, bekommt man eine passend zugeschnittene Sohle mit vorbereiteten Löchern. Die Bänder sind leicht einzufädeln. Nach einer, auch auf der Website der Herstellerin verfügbaren, Schnüranleitung kann man sich bei der Schnürung zwischen verschiedenen Varianten entscheiden. Vorsicht: Später wechseln geht kaum, weil man die Schnüre auf die jeweils passende Länge einkürzen muss.

  1. Stimmigkeit der Größenangabe (fällt er größer oder kleiner aus als angegeben?)

Das geht wohl bei so minimalistischen Sandalen nicht so genau und wird meistens schon passen. Man kann die Sohle aber sogar mit einer scharfen Schere einkürzen, wenn sie doch zu weit übersteht. Im Zweifelsfall also größer bestellen.

  1. Packmaß (rollbar?)

Die „Geniale Sandale“ passt zusammengerollt in eine (größere) Hosentasche.

  1. Anziehbarkeit (trockene und nasse Füße; stehend oder nur im Sitzen)

Die Anziehbarkeit hängt von der gewählten Schnürungsvariante ab. Weil ich auch diese Sandalen bei jeder Gelegenheit ausziehe, bevorzuge ich eine Variante, bei der man ohne Knüpfen raus- und wieder reinschlüpfen kann.

  1. Barfußgefühl (Passform, Sohlenstärke, Fersensprengung etc)

Das Gehgefühl ist wirklich sehr luftig, flexibel und minimalistisch. Nur ganz barfuß ist noch besser!

Geniale Sandale am Fuß

  1. Sitz des Fußes im Schuh (fest, oder rutscht er?)

Im Vergleich mit Flipflops ist der Sitz des Fußes in den „Genialen Sandalen“ viel stabiler. Mit einer Schnürung, bei der die Bänder um die Knöchel gewickelt werden, wäre es wahrscheinlich noch besser als bei der von mir bevorzugten „Slip on/Slip off“-Variante. Störend ist höchstens, dass die Sohle manchmal vorne umklappt. Das Bändchen zwischen den Zehen kann beim Bergabgehen stören, allerdings auch das bei weitem nicht so wie bei Flipflops. Manche BenutzerInnen stört der Knoten der Schnürung unter der Sohle. Ich selbst erlebe das nicht als Problem.

  1. Rutschfestigkeit der Sohle (vor allem auf Schlamm und Schnee, auch in steilem Gelände, längs und quer)

Es sind sicher nicht die richtigen Schuhe für kaltes Wetter oder schwieriges Gelände… Auf steinigen Wegen haben sie sich aber bei mir durchaus schon bewährt.

  1. Durchstichfestigkeit der Sohle

So weit man das von einer minimalistischen dünnen Sohle erwarten kann, gut.

  1. Fußschweißbildung

Minimal – ganz barfuß ist es natürlich noch besser!

  1. Thermoisolation im Winter (tauglich bis zu welcher Temperatur?)

Ganz Mutigen genügt die Sohle als Thermoisolation nach unten auch im Winter. Das funktioniert wohl nur, wenn der Fuß nicht von oben kalte Nässe oder gar Schnee abbekommt. Als bekennender Warmduscher und Sommerbarfüßer hab ich das nicht ausprobiert.

  1. Wasserdichtigkeit

Kein Thema (Es spricht nichts dagegen, damit im Regen zu gehen, außer dass ich gerade den Sommerregen wirklich lieber mit ganz nackten Füßen spüre.)

  1. Schmutzabweisende Eigenschaften

Zumindest bei meiner Kunstledervariante zeigt sich keine dauerhafte Verschmutzung.

  1. Leichtigkeit der Reinigung

Problemlos

  1. Defekte (unabhängig vom Verschleiß)

Bisher keine Probleme

  1. Verschleiß (welche Teile, in welcher Zeit?)

Bisher keine Probleme

  1. Fazit

Am liebsten bin ich ja ganz barfuß. Mittlerweile mache ich das etwa sechs Monate im Jahr mit möglichst wenigen Ausnahmen, mitunter auch wochenlang ganz konsequent. Gelegentlich gibt es aber doch Gründe, warum ich auch im Sommer glaube, Schuhe anziehen zu müssen. Das können steinige Wege sein, oder Gelegenheiten, bei denen ich mich barfuß nicht wohl fühlen würde. Ganz selten (eigentlich bisher nur in Spanien) ist es auch schon vorgekommen, dass ich barfuß nicht in Kirchen, Museen oder sogar Bahnhöfe gelassen wurde. Da ist die „Geniale Sandale“ eine gute Option. Das Gefühl ist zwar nicht wie barfuß, aber doch recht luftig und leicht. Einfache An- und Ausziehbarkeit ist mir dann wichtig. An den Füßen stört sie mich weniger als Flipflops. Dass die gesellschaftliche Akzeptanz mit so minimalen Schuhen höher ist als ganz ohne, ist völlig unlogisch. Aber es ist nun einmal so. Wobei man nicht vergessen darf: Wenn man es wirklich will und ausprobiert, geht ganz barfuß viel mehr, als man zunächst glaubt. Vielleicht werde ich es in manchen problematischen Situationen auch einmal mit „richtigen“ Barfußsandalen ohne Sohle versuchen. Ich bin in Fuß- und Schuhangelegenheiten recht experimentierfreudig geworden: Ich könnte mir ganz gut vorstellen, einmal ein paar Sommermonate lang mit „Genialen Sandalen“ als einzige selten verwendete „Notschuhe“ auszukommen. Kurzgefasst: Es sind wirklich geniale Minimalsandalen!

Die Geniale Sandale an den Füßen, von oben betrachtet

 

Die Ergebnisse im Überblick

Möglicher Einsatzbereich

TheaterBüroFreizeitWandern leichtes GeländeWandern schweres Gelände

+-

+-

++

+

– –

Ergebnisse in den einzelnen Kategorien

Material

++

Verarbeitung

+

Stimmigkeit der Größenangabe größer (>) oder kleiner (<) als angegeben, oder stimmt die Größe (<>)?

<>

Packmaß (rollbar?)

++

Anziehbarkeit (trockene und nasse Füße; stehend oder nur im Sitzen)

++

Barfußgefühl (Passform, Sohlenstärke, Fersensprengung etc)

++

Sitz des Fußes im Schuh (fest, oder rutscht er?)

+

Rutschfestigkeit der Sohle (vor allem auf Schlamm und Schnee, auch in steilem Gelände, längs und quer)

0

Durchstichfestigkeit der Sohle

+

Fußschweißbildung

+

Thermoisolation im Winter unter 0°C

– –

Wasserdichtigkeit

Schmutzabweisende Eigenschaften

++

Leichtigkeit der Reinigung

++

Defekte (unabhängig vom Verschleiß)

++

Verschleiß

++

++ =sehr gut, + gut, O = befriedigend, – = ausreichend, – – = mangelhaft

 


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Ein Gedanke zu „Mimimalschuhtest Geniale Sandale

  • 12. August 2019 um 15:46
    Permalink

    Lustig ….genau solche “geniale Sandale” mache ich mir seit 4 Jahren selber! Ich setzte diese Notfallschuhe eigentlich nur bei langen Wanderungen auf Splitwegen ein. Denn irgendwann habe ich das “Gefühl” das meine Sohlen wund sind und der dauernde Extremreiz verursacht auch Kopfschmerzen.

    Das Thema mit dem Umklappen der vorderen Sohle kenne ich auch. Hängt wohl mit dem Vorderfußlauf zusammen und das man mit der Zeit beim Laufen die Füße sehr nah über den Boden führt.

    Schwitzen kommt bei mir nicht vor da ich eine hauchdünne Schicht Kork auf die Sohle klebe. Man kann auch nur sehr dickes Sohlenleder als Minimalschuh nutzen. Reines Leder ist aber nur für trockenes Wetter wirklich gut geeignet.

    Ansonsten passt deine Bewertung wirklich super!

    Antwort

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