Minimalschuhtest Sole Runner FX Trainer 3

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Testautor: Harald

  1. Hersteller:    Sole Runner
  2. Modell:         FX Trainer 3
  3. Kaufdatum: April 2015
  4. Preis:           99,90
  5. Weblink:       Sole Runner FX Trainer
  6. Schuhtyp:   klassischer „Barfußschuh“
  7. Material:      Obermaterial „Mesh“ (atmungsaktives Funktionsmaterial), Sohle Gummi (ca. 2,5 mm dünn)
  8. Gewicht:      Paar ca. 300 g
  9. Aussehen

Auf den ersten Blick erinnert der FX Trainer an etwas zwischen normalen Sneakers und leichten Sommerschuhen. Auch die schwarz-rote Farbgestaltung wirkt eher dezent und unauffällig. Wenn etwas auffällt, dann am ehesten die einzigartige Flexibilität dieses Schuhs. Erstaunlicherweise fällt es aber doch recht vielen Leuten auf, dass ich das trage, was sie „Barfußschuhe“ nennen. Tatsächlich bekomme ich zu diesen Schuhen eigentlich öfter Kommentare, als wenn ich richtig barfuß bin.

Sole Runner FX Trainer

  1. Verarbeitung

Weich und flexibel, auch an den Rändern. Nach zwei Jahren Gebrauch kann ich ziemliche Robustheit bestätigen. Was wie ein Kleberest zwischen Sohle und Obermaterial wirkt, ist Silikon. Laut Herstellerangaben gehört das so.

  1. Stimmigkeit der Größenangabe (fällt er größer oder kleiner aus als angegeben?)

Die Schuhe sind besonders weit geschnitten und fallen ziemlich groß aus. Auf der Homepage findet sich eine Tabelle, wie aus der Fußlänge die Größe ermittelt werden sollte.

  1. Packmaß (rollbar?)

Den einzelnen Schuh kann ich auf grob gemessen 13 x 5 cm zusammenrollen. Sie passen sogar in die Taschen meiner Regenjacke.

  1. Anziehbarkeit (trockene und nasse Füße; stehend oder nur im Sitzen)

Durch die gut durchdachte Schnürung mit Gummizug und Klettverschluss ganz leicht an- und auszuziehen. Ein kleineres Problem besteht dann darin, dass der Klettverschluss nicht immer hält.

  1. Barfußgefühl (Passform, Sohlenstärke, Fersensprengung etc)

Die Flexibilität des ganzen Schuhs und die dünne Sohle bewirken ein „Barfußgefühl“, das ich noch in keinem anderen Schuh erlebt habe. Witzig ist, dass man mit diesen Schuhen nach dem Weg durch eine Wasserlacke sogar „barfußähnliche“ Fußspuren hinterlässt. Dieser Minimalismus ist aber auch nicht ganz unproblematisch. Man muss mit diesen Schuhen wirklich wie barfuß im „Vorfußgang“ gehen. Bei mir funktioniert das aber ganz barfuß viel selbstverständlicher als mit Minimalschuhen. Ich muss mich da durchaus konzentrieren. Dass ich dann die Schuhe meistens doch bei der ersten Gelegenheit ausziehe, ist mir aber durchaus recht.

  1. Sitz des Fußes im Schuh (fest, oder rutscht er?)

Die Weite im Vorfußbereich macht den Schuh zwar super bequem, er fühlt sich aber „im Gelände“ schon ein bisschen locker an.

  1. Rutschfestigkeit der Sohle (vor allem auf Schlamm und Schnee, auch in steilem Gelände, längs und quer)

Auf nassem Gras in steilerem Gelände kann man schon an die Grenzen stoßen. Mein Mittel ist dann: Schuhe ausziehen! Auf Schlamm und Schnee hab ich meine Sole Runner nicht ausprobiert. Als Ersatz für Bergschuhe verwende ich sie nur unter guten, trockenen Bedingungen. An Regentagen in der Stadt ist die Rutschfestigkeit ganz ok.

Sole Runner FX Trainer

  1. Durchstichfestigkeit der Sohle

Bei Dornen etc. würde ich die Ansprüche nicht zu hoch stellen.

  1. Fußschweißbildung

Prinzipiell ist das Material atmungsaktiv, aber mir ist es in den Schuhen dann meistens doch bald einmal zu warm. Ich schätze sie vor allem an kühleren Tagen in der Übergangszeit. Wenn es mir in den Schuhen zu warm wird, gehe ich eh lieber barfuß…
Socken oder nicht? Ich hab beides ausprobiert, finde ohne Socken das „Barfußgefühl“ viel besser und intensiver, das Fußschweißthema wird so aber größer. Also besser nicht zu lange in den Schuhen sein…
Gegen Geruchsprobleme kann man mit Hausmitteln (Kaffee oder Backpulver) und vor allem mit regelmäßigem Waschen der Schuhe vorgehen.

  1. Thermoisolation im Winter (tauglich bis zu welcher Temperatur?)

Wenn es auf den Gefrierpunkt zu geht, stört mich die vom Boden her stark spürbare Kälte. Socken helfen, aber wie gesagt geht das auf Kosten der „Gefühlsechtheit“. Die Einlagesohlen, die jetzt von Sole Runner mitgeliefert werden, hab ich bisher nicht gehabt.

  1. Wasserdichtigkeit

Die FX Trainer sind nur mäßig wasserfest. Allerdings trocknen sie schnell. Gerade bei Nässe finde ich persönlich sie ohne Socken viel angenehmer.

  1. Schmutzabweisende Eigenschaften

Auf staubigen Wegen werden die Schuhe leicht grau. Die Verschmutzung ist aber nicht dauerhaft.

  1. Leichtigkeit der Reinigung

Sole Runner Minimalschuhe können ganz einfach gewaschen werden: mit der Hand oder sogar bei 30 Grad in der Waschmaschine. Es dauert dann eine Zeitlang, bis sie wieder trocken sind.

  1. Defekte (unabhängig vom Verschleiß)

keine

  1. Verschleiß (welche Teile, in welcher Zeit?)

Nach zwei Jahren reißt das dünne Futter, das innen die Sohle abdeckt.

  1. Fazit

Ich verwende die Minimalschuhe von Sole Runner meistens als eine Art von „Notschuhen“. Am liebsten bin ich ohne Schuhe unterwegs, und das habe ich in den letzten Jahren im Sommer ausgiebig getan, fast überall. Für mich gibt es nichts Besseres… Wenn ich dann Schuhe anziehen muss, sollen diese so minimal wie möglich sein. Die Sole Runner sind da eine gute Option, wenn es mir doch ein bisschen zu kühl ist, aber noch kein Winterwetter herrscht (z.B. so etwa im April oder Oktober), wenn ich etwas mehr Schutz auf steinigen Wegen brauche, oder wenn ich aus gesellschaftlichen Gründen irgendwo nicht barfuß sein will (z.B. manche Termine im Job, ab und zu in einem vornehmeren Restaurant etc.). Bei warmem Wetter sind mir diese Schuhe aber dann doch bald einmal zu warm, und ich bevorzuge Flipflops oder Sandalen. (Mein nächstes Experiment werden Minimalsandalen mit ganz dünner Sohle sein.) Ein großer Vorteil der Sole Runner besteht für mich darin, dass sie so leicht aus- und anzuziehen sowie einzupacken sind. Ihr Geld sind sie wert, wenn ich an die Robustheit und Haltbarkeit denke. Auch die Herstellung in meinem Nachbarland Slowenien (und nicht wie bei den meisten Schuhen in Südostasien) betrachte ich als Pluspunkt. Wichtig ist mir, immer wieder rasch von Minimalschuhphasen auf wirklich barfuß zu wechseln. Genau dafür würde ich diese Schuhe auch empfehlen, nicht als einen Ersatz zum Barfußgehen.

Die Ergebnisse im Überblick

Möglicher Einsatzbereich
TheaterBüroFreizeitWandern leichtes GeländeWandern schweres Gelände

+

+

++

+

Ergebnisse in den einzelnen Kategorien
Material

+

Verarbeitung

++

Stimmigkeit der Größenangabe größer (>) oder kleiner (<) als angegeben, oder stimmt die Größe (<>)?

>

Packmaß (rollbar?)

++

Anziehbarkeit (trockene und nasse Füße; stehend oder nur im Sitzen)

++

Barfußgefühl (Passform, Sohlenstärke, Fersensprengung etc)

++

Sitz des Fußes im Schuh (fest, oder rutscht er?)

+

Rutschfestigkeit der Sohle (vor allem auf Schlamm und Schnee, auch in steilem Gelände, längs und quer)

0

Durchstichfestigkeit der Sohle

0

Fußschweißbildung

Thermoisolation im Winter unter 0°C

– –

Wasserdichtigkeit

Schmutzabweisende Eigenschaften

0

Leichtigkeit der Reinigung

++

Defekte (unabhängig vom Verschleiß)

++

Verschleiß

+

++ =sehr gut, + gut, O = befriedigend, – = ausreichend, – – = mangelhaft

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Aktualisiert von Harald am 25. Februar 2018

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