Barfuß Städte erleben – ROTHENBURG ob der Tauber

BARFUSSEIGNUNG

1. Untergründe der Innenstadt

Note: 1
(perfekt: 1, überwiegend angenehm: 2, Mix angenehm/unangenehm: 3, eher unangenehm: 4, meist unangenehm: 5)

Rothenburg ob der Tauber ist weltberühmt. Ein Juwel mit fast komplett erhaltenem mittelalterlichem Stadtbild, umschlossen von einem Mauerring mit vielen Türmen und Stadttoren. Selbst massive Kriegsschäden wurden sehr subtil und fast unsichtbar wieder beseitigt. Wenn man hierherkommt, sollte man sich unbedingt ein paar Tage Zeit nehmen. Überall gibt es etwas zu entdecken und zu genießen, sowohl im Großen als auch im Kleinen, in der Altstadt und dem Umland.

Auch für die baren Füße hat Rothenburg viel zu bieten. Die Altstadt ist abwechslungsreich wie kaum eine andere, mit Untergründen, die alles bieten. Von Asphalt, neuer Pflasterung und Gehwegplatten bis hin zu historischen Steinplatten und alten Pflasterungen mit wunderbar abgerundeten Kanten.

Die folgenden Impressionen zeigen mehr als tausend Worte je erklären könnten. Im Internet findet Ihr noch sehr viel mehr.

Rothenburg vom Rathausturm gesehen
Barfußläuferin in der Innenstadt
Durchgang mit altem Pflaster
Durchgang mit altem Pflaster
Stadttor
Pflaster und Platten in der Innenstadt
Marktplatz in der Nacht
Innenstadt mit asphaltierter Straße
Plönlein

2. Verhalten der Bevölkerung bei Begegnung mit Barfußläufern?

Note: 3
(immer freundlich: 1, oft freundlich: 2, meist neutral: 3, öfter ablehnende Blicke: 4, ablehnende Blicke und manchmal feindliche Bemerkungen: 5)

Rothenburg hat rd 11.400 Einwohner. Und pro Jahr um die 2 Millionen Besucher aus aller Welt. Jedenfalls bevor uns Corona heimsuchte. Ich kenne Rothenburg auch nur als Tourist, und zwar von einer ganzen Reihe von Aufenthalten, mehrmals auch ohne Schuhe. Barfuß war ich insgesamt knapp eine Woche hier, einmal auch mit einer Barfußfreundin. Gewohnt wurde in Hotels mit mittlerem und gehobenem Standard, gegessen wurde in zahlreichen Restaurants verschiedener Preisklassen. Tatsächlich nahm absolut niemand Notiz von den baren Füßen. Mit der Freundin machte ich ein durchaus auffälliges Fotoshooting für einen Barfußflyer an diversen Plätzen der Innenstadt. Selbst das war für die zahreichen Mitmenschen anscheinend nichts, was besondere Aufmerksamkeit verdiente.

Aufsehen erregten wir lediglich in einem Leguano Schuhladen, in dem wir gemeinsam barfuß in eine der dort typischen Fühlkisten stiegen, gefüllt mit Glasscherben. Für die nächsten Minuten befanden wir uns im Blitzlichtgewitter einer japanischen Reisegruppe, die gerade den Laden betreten hatte. Ein Gefühl wie auf dem roten Teppich der Oskarverleihung. In Rothenburg muss man anscheinend barfuß schon etwas ganz Besonderes leisten, um überhaupt wahrgenommen zu werden.

3. Sieht man andere Barfußläufer?

Note: ?
(täglich: 1, alle paar Tage: 2, alle paar Wochen: 3, alle paar Monate: 4, ganz selten oder nie: 5)

Natürlich kann ich mir angesichts der kurzen Aufenthalte in der Stadt darüber nicht wirklich ein Urteil erlauben, dafür war die Stichprobe zu klein. Gesehen habe ich jedenfalls sonst niemanden, der in der Altstadt barfuß unterwegs war. Aber vielleicht war ich auch nur stets am falschen Platz zur falschen Zeit. Vielleicht hatten ja andere mehr Glück als ich? Würde mich nicht überraschen.

4. Sauberkeit der Innenstadt

Note: 1
(blitzsauber: 1, wenig Unrat: 2, mäßige Verschmutzung: 3, etwas unangenehm: 4, oft unangenehm: 5)

Ich habe die Stadt als blitzsauber wahrgenommen, und das, obwohl bei einem Besuch gerade das Volksfest des Rothenburger “Meistertrunks” lief. Kein Unrat, kein Glas. Und das bei dem enormen Touristenaufkommen und den zahlreichen Rothenburger Laiendarstellern, die sich beim Fest in mittelalterlichen Gewändern überall in der Altstadt tummelten. Schon erstaunlich.

Barfußläuferin in der Innenstadt

5. Verletzungsgefahr in der Innenstadt

(abgesehen von Volksfesten mit den üblichen Scherben)

Note: 2
(Kein Risiko: 1, selten, wenige Stellen: 2, hin und wieder, aber vermeidbar: 3, man muss öfter mal etwas aufpassen: 4, es besteht fast überall fortwährend Verletzungsgefahr (viele Scherben etc): 5)

Wie schon in Punkt 4 geschrieben, wird die Stadt blitzsauber gehalten. Auch die Touristen verhalten sich absolut vorbildlich. Vielleicht liegt es mit daran, das viele davon aus Asien kommen. Etwas achtsam sein sollte man allerdings auf den hölzernen Stegen und Böden, wo man sich vielleicht doch hier und da einen Span eintreten oder sich an einem herausstehenden Nagel verletzen könnte.

Holzbrücke
Detail eines Holzbodens mit Nägeln

6. Gibt es Einrichtungen oder Restaurants der Stadt (Museen, Restaurants etc.), wo es barfuß ab und zu oder regelmäßig Probleme gibt?

Note: 1
(nein: 1, ganz vereinzelt und nicht immer (willkürliche Personalentscheidungen einzelner Mitarbeiter): 2, wenige, aber regelmäßig (generelles Barfußverbot): 3, häufig, aber dort nicht regelmäßig (willkürliche Personalentscheidungen): 4, häufig und regelmäßig (Barfußverbote): 5)

Bei meinen Aufenthalten gab es kein einziges Problem, weder in Hotels, Restaurants noch den zahlreichen Sehenswürdigkeiten.

BESONDERHEITEN

1. Bereiche der Stadt, die wegen der Untergründe besonders empfehlenswert sind:

Rothenburger Turmweg

Rothenburg ist vollständig von einer begehbaren Stadtmauer mit 42 Türmen umschlossen. Auf dem Rothenburger Turmweg kann man sie auf vier Kilometern erkunden. Ein Erlebnis optischer und sensorischer Art. Mit den Fußsohlen erspürt man Steinplatten aller Art, Holzstege, Steintreppen usw. Mit den Augen genießt man die vielfältigen Eindrücke des Mauerrings und die Ausblicke auf die Stadt und besondere Bauten, wie die Gerlachschmiede.

Turmweg
auf der Stadtmauer
Steinboden der Stadtmauer
Turm der Stadtmauer
St. Wolfgang

St. Wolfgang ist eine mittelalterliche Wehrkirche und Teil der Stadtmauer, mit geheimnisvollen Kasematten, Geschützböden und einem Schäfertanzkabinett. Und natürlich absolut erfühlenswerten Untergründen aller Art.

Steintreppe in den Kasematten der Wolfgangskirche
Gang in den Kasematten
Auf dem Geschützboden
St. Jakob

St. Jakob, heute evangelisch, ist die Stadtkirche von Rothenburg und gleichzeitig Pilgerstätte auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Es gibt viel zu sehen und zu spüren. Herrliche Böden und viele Kleinodien, vorneweg der Heilig-Blut-Altar des berühmten Bildhauers und Bildschnitzers Tilmann Riemenschneider. Ein Muss in Rothenburg.

Blick auf St. Jakob
Tilmann Riemenschneiden Altar - Detail
Tilmann Riemenschneider Altar - Füße
Rathausturm

Vom Rathausturm genießt man eine phantastische Aussicht auf die gesamte Altstadt und das Umland. Allerdings nur etwas für Gelenkige, Schlanke und Schwindelfreie, denn der Zustieg ist auf dem letzten Stück beschwerlich und eng und der Blick vom Turm nichts für Menschen mit Höhenangst. Das Gitterrost der Plattform verlangt dazu eine gewisse Robustheit der Fußsohlen. Hier ist deshalb nur die Aussicht und der Aufstieg zum Turm sehr empfehlenswert…

Blick auf den Rathausturm
Blick auf den Rathausturm mit Besuchern auf der Aussichtsplattform und Dach mit Storchennest
Fußgitter der Rathausplattform
Ausblick auf den Rathausplatz

2. Barfußparadiese in der unmittelbaren Umgebung

Wanderwege im Taubertal

Im Taubertal und auf den Höhen gibt es zahlreiche Wanderwege, zum Teil wirklich barfußfreundlich. Natürlich gibt es zwischendurch auch Abschnitte mit Splitt. Einfach ausprobieren. Es lohnt sich schon wegen der tollen Aussicht auf die Stadt.

Blick ins Taubertal
Stadttor
Ruhepause auf der Bank
Wanderweg im Taubertal
Spazierweg an der Stadtmauer
Panoramablick auf die Stadt aus dem Taubertal
Übersicht (Noten)

Untergründe

1

Reaktionen

3

Andere Barfußläufer

?

Sauberkeit

1

Verletzungsgefahr

2

Probleme

1

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1 Gedanke zu „Barfuß Städte erleben – ROTHENBURG ob der Tauber“

  1. Hallo Wolfgang,
    ein toller Bericht, ja das stimmt absolut 🙂
    Auf meinen Fahrten von Hessen in das schöne Allgäu mache ich dort schon seit Jahren einen Zwischenstopp.
    Die Böden dort sind sehr angenehm und sauber, der Rundgang auf der überdachten Stadtmauer ist auch was ganz tolles und absolut sauber.
    Man sieht nicht das kleinste Müllstückchen, weder Bonbonpapier noch Zigarettenkippe.
    Nette Menschen und absolut sehenswert.
    Auch wenn ich nur kurz dort war, habe ich auch verschiedene andere Barfüßler dort gesehen.
    Liebe Grüße Clausi

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