Barfuß Städte erleben – FREIBURG im Breisgau

BARFUSSEIGNUNG

1. Untergründe der Innenstadt

Note: 1
(perfekt: 1, überwiegend angenehm: 2, Mix angenehm/unangenehm: 3, eher unangenehm: 4, meist unangenehm: 5)

Freiburg im Breisgau mit seinem mediterranen Klima liegt im Dreiländereck Deutschland, Frankreich und der Schweiz, jeweils nur ca. 60 km von den Grenzen entfernt.

Die Stadt ist Universitätsstadt und Sitz des Regierungspräsidiums Freiburg und des Erzbischöflichen Ordinariats.16 Jahre lang hatte sie einen Grünen Oberbürgermeister, gefolgt von einem Parteilosen. Woraus man schließen kann, dass die Freiburger schon ein besonderes Völkchen sind.

Die Stadt feierte im Jahre 2020 ihr 900-jähriges Stadtjubiläum, leider fielen die meisten Feierlichkeiten Corona zum Opfer.

Die Altstadt bietet mit ihrem bekannten Münster und ihren romantischen Plätzen, Straßen und Gässchen sowie zahlreichen historischen Bauten sowohl Einwohnern als auch den vielen Besuchern eine hohe Lebensqualität.

Freiburg ist berühmt für seine ‘Bächle’, die überall in der Innenstadt zu finden sind.

Eingebettet in die Schwarzwaldberge gibt es hier außerdem mannigfaltige Möglichkeiten für Ausflüge bis hinauf auf die höchste Erhebung der deutschen Mittelgebirge, den 1495 m hohen Feldberg. Das ist im Sommer nicht zu verachten, wenn man der Hitze und den heißen Böden entfliehen will. Zwischen dem niedrigsten Punkt Freiburgs mit 196 m und dem höchsten Punkt der Stadt liegen fast 1000 Höhenmeter. Die Bergstation der ‘Schauinslandbahn’ mit ihren 1220 m liegt nämlich noch auf Freiburger Gebiet. (Leider ist dieser Berg für bare Füße überhaupt nicht zu empfehlen, auch wenn man dort wunderbar ins Land schauen kann.)

(Foto: Carsten Arnold)
(Foto: Carsten Arnold)
(Foto: Carsten Arnold)

Freiburg ist die südlichste Großstadt Deutschlands und liegt in einer Region, in der im Winter milde Temperaturen herrschen. Deshalb lässt es sich als Barfüßer hier gut leben.

Die Altstadt hat den Füßen interessante Pflaster zu bieten, die es sonst in keiner anderen Stadt gibt: Fast überall in der Innenstadt gibt es Verzierungen oder sogar ganze Gehwege, die mit Rheinkieseln gepflastert sind. Sie sind mit sehr kunstvollen und liebevoll gestalteten Motiven versehen. Es gibt sage und schreibe 507 unterschiedliche Mosaike! Die Kiesel der so bestückten Gehwege wurden in der Mitte zersägt und mittels Trommelmischer bewegt, um die Kanten abzurunden, daraufhin wurden sie mit der zersägten Fläche nach oben in den Untergrund gesetzt. Wegen der vielen kleinen Steinchen ist das Laufen auf diesen Gehwegen besonders interessant! Vor allem sind jene Flächen dank der abgerundeten Kanten der Steine angenehm zu begehen, es ist aber überdies mit den filigranen Mosaiken auch noch ein Augenschmaus. Es muss eine Heidenarbeit sein, ganze Gehwege mit den kleinen Steinchen zu besetzen und auch noch mit Ornamenten zu verzieren.

Mosaik aus Rheinkieseln

Es gibt noch Gehwege mit Mosaiken aus Basaltsteinen, wo die Kanten nicht so schön abgerundet wurden, darum ist das Laufen darauf nicht ganz so angenehm, aber immer noch gut zu bewältigen. Diese liegen aber vorwiegend in älteren, außerhalb der Innenstadt gelegenen Stadtteilen.

Ansonsten gibt es noch uraltes Pflaster aus Rheinwacken, vor allem auf dem Münsterplatz, aber auch auf wenigen anderen Plätzen. Da diese unverfugt liegen, erfordert das Gehen darauf etwas Übung, denn außer den Steinen selbst ist die gesamte Fläche des jeweiligen Platzes wegen der Lücken zwischen den Steinen ziemlich uneben, jedoch immer noch bedeutend besser als mit Stöckelschuhen. Da kann schon mal ein Pfennigabsatz hängenbleiben oder sogar abbrechen. Nackte Sohlen können diese Unebenheiten aber sehr gut ausgleichen. Außerdem sind die Steine auch schön abgerundet.

(Foto von Sascha Flecken)

Ansonsten gibt es vielerlei Pflaster, die allesamt angenehm zu begehen sind. Die meisten davon sind mit Bitumen u.ä. verfugt, aber von jenen Pflastern sind auch die unverfugten angenehm.

(Foto: Carsten Arnold)
(Foto: Werner Rottler)

2. Verhalten der Bevölkerung bei Begegnung mit Barfußläufern?

Note: 3
(immer freundlich: 1, oft freundlich: 2, meist neutral: 3, öfter ablehnende Blicke: 4, ablehnende Blicke und manchmal feindliche Bemerkungen: 5)

In Freiburg laufen allerlei illustre Gestalten herum, weshalb sich kaum jemand um bare Sohlen schert. Hin und wieder gibt es anerkennende Worte. Obwohl ich nun schon 10 Jahre barfuß in dieser Stadt lebe, waren bis auf zwei Kommentare alle wohlwollend. Zumeist werden nackte Füße aber überhaupt nicht bemerkt.

3. Sieht man andere Barfußläufer?

Note: 1
(täglich: 1, alle paar Tage: 2, alle paar Wochen: 3, alle paar Monate: 4, ganz selten oder nie: 5)

Da ich wie die anderen Freiburger nicht besonders darauf achte, ob und was jemand an den Füßen hat, kann ich selbst schlecht einen Referenzwert liefern. Es ist meist Besuch, der mich beim Flanieren durch die Innenstadt immer wieder mal auf einige Barfüßer aufmerksam macht. Ein Freund, der Freiburg oft barfuß besucht hat, ist sich absolut sicher, dass man zumindest im Sommer täglich gleich mehrere Barfüßer zu Gesicht bekommt. Auf der Straße, im Geschäft, auf dem Fahrrad etc. Meist junge Leute. An einem besonders schönen und warmen Tag hörte er bei 50 mit dem Zählen auf. Nicht nur er betrachtet Freiburg deshalb als die “Barfußhauptstadt Deutschlands”. Es wird also damit wohl seine Richtigkeit haben, darum vergebe ich die höchste Note.

4. Sauberkeit der Innenstadt

Note: 3
(blitzsauber: 1, wenig Unrat: 2, mäßige Verschmutzung: 3, etwas unangenehm: 4, oft unangenehm: 5)

Bislang befand ich Freiburgs Innenstadt für sauber, aber ein Besuch vor vielen Jahren in Trier belehrte mich eines besseren. Hin und wieder sieht man in den Ritzen der Pflaster Scherbchen aus Glas, die aber für die Fußsohlen überhaupt nicht gefährlich sind, da sie sich ja (wie eben erwähnt) in der Tiefe der Ritzen befinden. Ich denke, dass die Kehrmaschinen ebenso wenig wie nackte Sohlen mit diesen sehr tief sitzenden kleinen Scherbchen in Berührung kommen. Eine Ausnahme macht vielleicht der Augustinerplatz, weil da viele junge Leute auf den Stufen sitzen, um zu feiern, wo doch mal das eine oder andere Glas zu Bruch gehen kann.

Auch in den schmalen Gässchen sollte man ein bisschen Vorsicht walten lassen, denn auch dort kommen die Kehrmaschinen nicht durch. Sie werden aber, wie die Bächle, regelmäßig gekehrt, so weit zumindest mein Eindruck. Vor kurzem sah ich einen der neuen, schmalen Gässleflitzer,die sicher auch durch diese schmalen Gässle passen. Leider war er so schnell vorüber, sodass ich nicht selbst ein Photo davon machen konnte.

Enge Gasse

An manchen Stellen kann der Untergrund der Bächle etwas rutschig sein, deshalb sollte man mit verhältnismäßig kleinen Schritten durch die Bächle waten, so dass die Füße möglichst unterhalb des Körpers bleiben. Rutschige Stellen sind zwar nicht gerade häufig, auch gibt es speziell in Freiburg den Beruf des ‘Bächleputzers‘, der für die tägliche Reinigung der Bächle zuständig ist – aber es kann passieren, dass dieser noch nicht zugange war. Richtig hingelegt hat es mich aber noch nie. Ich lasse eben eine gewisse Vorsicht walten und prüfe auch beim Hineinsteigen, ob das jeweilige Bächle sauber ist. So bin ich immer gut gefahren.

Barfüßer im Bächle

Übrigens sollen laut einer Stadtlegende Leute, die versehentlich in ein Bächle treten, eine Freiburgerin heiraten…

5. Verletzungsgefahr in der Innenstadt

(abgesehen von Volksfesten mit den üblichen Scherben)

Note: 2
(Kein Risiko: 1, selten, wenige Stellen: 2, hin und wieder, aber vermeidbar: 3, man muss öfter mal etwas aufpassen: 4, es besteht fast überall fortwährend Verletzungsgefahr (viele Scherben etc): 5)

Da sind wieder die Bächle im Fokus, denn es kann passieren, dass mal eine Scherbe vom ‘Bächleputzer’ übersehen wird. Ich laufe allerdings schon seit zehn Jahren regelmäßig und praktisch wöchentlich genüsslich durch die Bächle und mir ist zum Glück noch nie etwas passiert. Ein Barfußfreund verletzte sich dagegen an einer im Bächle liegenden Scherbe so stark, dass er einen Verband brauchte. Das war bei ihm die berühmte Ausnahme. So ganz sicher ist man eben nie.

6. Gibt es Einrichtungen oder Restaurants der Stadt (Museen, Restaurants etc.), wo es barfuß ab und zu oder regelmäßig Probleme gibt?

Note: 1
(nein: 1, ganz vereinzelt und nicht immer (willkürliche Personalentscheidungen einzelner Mitarbeiter): 2, wenige, aber regelmäßig (generelles Barfußverbot): 3, häufig, aber dort nicht regelmäßig (willkürliche Personalentscheidungen): 4, häufig und regelmäßig (Barfußverbote): 5)

Ich hatte nur ein Mal in einem inzwischen geschlossenen Lokal Probleme. Alle anderen Gaststätten und Einrichtungen kann man ohne Probleme barfuß besuchen. Die Wirtin des Großen Meierhofs bedient ihre Kunden sogar barfuß, sie ist selbst Barfußläuferin.

Auch in Museen habe ich nur die allerbesten Erfahrungen gemacht. Das Personal ist teilweise sogar besonders aufgeschlossen! Gerade wenn man ins Augustinermuseum geht, sollte man darum am besten zusätzlich Zeit mitbringen. Dort wurde ich schon drei Mal besonders lange in sehr interessierte Gespräche verwickelt, und jedes Mal von einem/r anderen Mitarbeiter/in.

Im Konzerthaus nahe des Bahnhofes, wo ich schon oft Konzerte, sowohl von Liedermachern als auch klassischer Art, besucht habe, erhielt ich inzwischen eine offizielle Barfußerlaubnis, von der ich aber noch nie Gebrauch machen musste. In anderen Kultureinrichtungen wurde meine Barfüßigkeit hingegen meist nicht einmal bemerkt.

BESONDERHEITEN

1. Bereiche der Stadt, die wegen der Untergründe besonders empfehlenswert sind:

Bächle

Die Freiburger Bächle sind insgesamt 15,9 km lang, davon nur 6,4km unterirdisch. Sie wurden schon im Mittelalter zur Versorgung der Bevölkerung mit Brauchwasser und auch zur Brandbekämpfung angelegt. Sie sind fast so alt wie die Stadt selbst.

Natürlich ist auch wegen ihnen die gesamte Innenstadt ein besonderer Genuss für bloße Füße, denn so gut wie in jeder zweiten Straße befindet sich auf mindestens einer Seite ein mehr oder weniger großes Rinnsal, in denen sich mit der gebührenden Vorsicht wunderbar barfuß laufen lässt.

Die Bächle erstrecken sich vom Rotteckring bis fast zum Schlossberg. Vom Bahnhof kommend sind es darum nur wenige Minuten, bis man auf das erste trifft. Die Rheinkieselpflaster, die es mir besonders angetan haben, befinden sich an manchen Stellen sogar auf dem Grund der Bächle, da hat man dann sozusagen doppelten Spaß. 😀

Stadtgarten

Der so genannte Stadtgarten liegt am Rande der Innenstadt, wo es Rasenflächen, angenehme Asphaltdecken, einen Spielplatz, einen Brunnen und einen winzigen See gibt.

(Foto: Carsten Arnold)

2. Barfußparadiese in der unmittelbaren Umgebung

Schloßberg

Oberhalb des Stadtgartens erhebt sich der Schlossberg. Es gibt dort einen breiten Weg, der eher unangenehm ist. Unter- oder oberhalb dieses Weges gibt es jedoch viele schmale Wege, die barfuß die reinste Wonne sind! Manche sind uralt.

Ganz oben befindet sich der Schlossbergturm, von dem man einen schönen Rundblick über die gesamte Stadt und zum Schwarzwald hin hat. Auch dorthin führen viele kleine schmale Wege, die meisten davon sind barfußfreundlich.

Man kann auch über das Schwabentor zum Schlossberg gelangen. Zu diesem Zweck geht man über eine überdachte Brücke und danach auf einem angenehmen, teils gepflasterten Weg nach oben.

(Foto: Carsten Arnold)
(Foto: Carsten Arnold)
(Foto: Carsten Arnold)

Die Franzosen ließen dort oben im 17. Jahrhundert durch Baumeister Vauban eine Befestigungsanlage errichten, von der aber kaum noch etwas übrig ist. Vom Kanonenplatz aus (auf dem leider großzügig Splitt liegt) hat man eine schöne Sicht auf Freiburgs Altstadt und ein wenig zum Schwarzwald hin.

Kanonenplatz mit Aussicht auf das Münster
Biergarten

Unterwegs kann man in einem gemütlichen Biergarten mit alten Kastanienbäumen einkehren, von wo aus man einen Blick auf die Stadt werfen kann. Im Biergarten liegt Kies, jedoch muss man nicht weit gehen, um an einem der Tische Platz zu nehmen.

Hinter dem Kanonenplatz befindet sich ein Bergkegel, auf dem mehrere Wege zu zwei Aussichtspunkten führen. Sie sind entweder mit feinem Splitt belegt oder aber angenehm gepflastert; da sucht man sich den angenehmsten aus. Die Aussicht von dort oben ist natürlich noch bombastischer als vom Kanonenplatz aus.

Schlucker und Spucker

Nordwestlich des Bahnhofs befindet sich unter der Stadtbahnbrücke eine besondere Wasser-Skulptur, die zwei barfuß sich gegenüber liegende Menschen darstellt, genannt ‘Schlucker und Spucker‘, Bächle inklusive. Es ist lustig anzuschauen: Aus dem Boden ragen nur Kopf, Hände und Füße hervor. Man kann wegen der Größe der Skulptur leider nur eine der beiden Figuren auf das Foto bannen. Allerdings habe ich dort noch niemals so viel Müll gesehen wie im verlinkten Artikel erwähnt. Aber kleine Glasscherben sind dort leider immer wieder anzutreffen.

Fußskulpturen
(Foto: Carsten Arnold)

Direkt schräg dahinter befindet sich der Stühlinger Kirchplatz mit einer Rasenfläche samt Springbrunnen.

Dreisam

Freiburg liegt an der Dreisam, an deren Ufer man wunderbar entlang spazieren kann. Aber man sollte die der Innenstadt zugewandten Seite wählen, die andere Seite ist den Radfahrern vorbehalten. Leider hört man den Lärm einer Schnellstraße. Jedoch je weiter man stadtauswärts kommt, desto leiser ist der Lärm zu hören, bis er ganz verstummt!

In der Nähe der Innenstadt findet man leider nicht nur angenehmen glatten Asphalt, sondern auch wechselweise einen Belag aus Splitt und Kies und rauem Asphalt vor. Meist kann man aber auf die Grasnarbe ausweichen. Flussabwärts kann man kurz nach der Ochsenbrücke (wo nur noch Kies liegt) unterhalb des Dammes kilometerlang auf wunderbar weichem Gras entlang flanieren. Dies ist dann wirklich DAS Barfußparadies pur. Man sollte jedoch, je weiter man stadtauswärts gelangt, unter den Brücken auf allfällige Scherben achten. Jedoch sonst ist das Ufer sehr sauber, in Innenstadtnähe sowieso, aber auch von der Stadt gesehen flussaufwärts. Auch in jener Richtung wird der Weg zusehends angenehmer.

In Wikipedia gibt es einen von mir verfassten Artikel, in dem ein 20-km-langer Spaziergang beschrieben ist, der an der Dreisam entlangführt. Man kann dem Grasweg bis zum Kaiserstuhl folgen – und natürlich darüber hinaus.

3. Weitere Ziele im Umkreis

Flückiger Park

Folgt man der Dreisam flussabwärts, kommt man rechts des Flusses nach Betzenhausen, einem neueren Stadtteil. Dort gibt es den so genannten ‘Seepark’ mit einem großen Areal, auf dem dank der Landesgartenschau 1986 einige Hügel aufgeschüttet wurden. Auf einem der Hügel steht ein Turm, der eine schöne Sicht auf den Park, die Schwarzwaldberge und Richtung Kaiserstuhl bietet! Fast im ganzen Park gibt es ausgedehnte Rasenflächen.

(Foto: Carsten Arnold)
(Foto: Carsten Arnold)

Auch gibt es dort einen kleinen, japanischen Garten mit künstlichem Wasserfall und Flusslauf…

… sowie am anderen Ende des Parks einen Rosengarten mit vielerlei Rosensorten.

Rosengarten

Dietenbachpark

Auf der anderen Seite der Dreisam befindet sich der Dietenbachpark. Etwas größer als der Seepark, aber mit bedeutend kleinerem See. Dort gibt es auch riesige Rasenflächen mit wunderbar weichem Gras (aber keinen Turm).

See im Dietenbachpark

Es gibt noch weitere Parks, auch in Innenstadtnähe, sie sind aber sehr klein und darum nicht sonderlich erwähnenswert.

Lehener Bergle

Auf einer Wanderung entlang der Dreisam gelangt man zur Ortschaft Lehen. Dort lohnt ein Abstecher zu einer schönen Erhebung rechts der Dreisam, von der man einen weiten Blick nach Freiburg und zum Schwarzwald hat. Man folgt dem Höhenzug auf angenehmem Asphalt etwa 1,3 km und läuft schließlich auf einem kurzen weichen Waldweg wieder links bergab zur Dreisam.

Ausblick vom Lehener Bergle
Lorettoberg

Im Stadtteil Wiehre südlich von Altstadt und Dreisam liegt der Lorettoberg, eine wirklich kleine Erhebung. Hinter diesem schmucken Haus gibt es einen schönen Biergarten. Der Weg dahin ist nicht beschwerlich und auf Asphalt gut zu bewältigen.

alte Villa mit Türmchen
(Foto: Carsten Arnold)
Viel Wald und Berge

Viele Stadtteile Freiburgs grenzen an bewaldete Hügel oder die Hänge des Schwarzwalds. Man kann also fast in jeder Richtung in unmittelbarer Nähe der Stadt Waldboden unter den Füßen genießen, außer zur Rheinebene hin.

Ich denke da an Zähringen, wo man in der Nähe der Haltestelle schnell auf einer Anhöhe und im Wald ist.

Oberhalb Herderns gibt es eine Wohngegend, von wo man zwischen den Villen hindurch einen prachtvollen Ausblick auf die Stadt hat. Die Gehwege sind bis auf wenige Ausnahmen mit angenehmem Asphalt belegt. Steigt man weiter bergauf, ist man wieder im Wald.

Auch Ebnet und Littenweiler grenzen an Wald und Berge.

Von Zähringen, Herdern, Ebnet und auch der Innenstadt gelangt man in 5 – 6 km auf den 737m hohen Rosskopf mit einem schönen Aussichtsturm. Wichtig ist dabei, schmale Wege auszusuchen, denn die breiten sind meist mit Splitt oder gar Schotter belegt. Der Weg von der Innenstadt hinauf zum Rosskopf ist der angenehmste, auch auf den breiten Wegen.

Auch in Günterstal kann man links und rechts des Stadtteils sofort in den Wald und in die Berge hineinwandern. Von Günterstal geht es durch Wald u. a. nach Horben, einem höhergelegenen Örtchen mit traumhaften Ausblicken in verschiedenste Richtungen. Der Asphalt dort ist angenehm zu begehen.

(Foto: Carsten Arnold)

In St. Georgen gibt es den Schönberg, wo man unscheinbare, schmale Wege links und rechts der Schotterwege suchen muss. Auf dem Gipfel gibt es eine große Rasenfläche, von der man eine schöne Sicht zu den Schwarzwaldbergen hat.

Ganz allgemein ist aber zu sagen, dass man im Wald besonders nach den kleinen Wegen suchen muss und kaum ein Spaziergang ganz ohne Splitt oder gar Schotter zu finden ist. Auch für mich, die sich in der Gegend gut auskennt, ist dies ein fast unmögliches Unterfangen.

ÜBERSICHT (Noten)

Untergründe

1

Reaktionen

3

Andere Barfußläufer

1

Sauberkeit

3

Verletzungsgefahr

2

Probleme

1

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4 Gedanken zu „Barfuß Städte erleben – FREIBURG im Breisgau“

  1. Freiburg, die Barfußhauptstadt? Da will ich auch hin. Hab‘ ich gar nicht gewusst. Ich wusste von Neuseeland, dass es dort durchaus üblich ist auch durch Wellington barfuß durch die Stadt zu schlendern, oder auch sonst im Land die Schuhe im Sommer (unser Winter) zu verbannen. Im Sommer sind dort recht viele Barfußläufer und es ist ganz normal. Im Gegensatz zu den USA, wo an jedem Shop steht „No shoes, no shirt, no service“. Da krankt doch die die Gesellschaft. Barfuß gehen darf man nicht und wenn dann, bekommt man in einem Laden nicht die Möglichkeit einzukaufen, weil die Schuhe fehlen, aber Kinder in Handschellen abzuführen und mit Pfefferspray zu besprühen,- und sind sie auch nur 7 Jahre alt- ist genauso normal, wie der Umstand, dass eine Mutter ihrem Sechsjährigen beibringt mit vollautomatischen Waffen zu handtieren. Danke Euch für den Beitrag, Liebe barfüßige Grüße von der Lahn!! Peter

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  2. Danke! Ich bin in der nähe von Freiburg aufgewachsen, aber pflastertechnisch habe ich hier noch dazugelernt. Ansonsten viele vertraute bilder. Ich frage mich auch, warum es so wenige andere städte mit bächle gibt, wohl kaum irgendwo so systematisch vorhanden wie in Freiburg.

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    • Wahrscheinlich haben sich die meisten Städte eher für die Brunnenversorgung mit geschlossenen Leitungen entschieden. So machten es schon die Römer. In Freiburg war es ja anscheinend so, dass die Bächle zur Feldbewässerung schon vor der Stadtgründung vorhanden waren. Das Gefälle und gesicherte Wasserführung waren wohl optimal dafür. Das ist anderswo meist nicht so günstig. Dazu haben offene Bächle bei mangelndem Gefälle und nicht immer ausreichender Wassermenge ja auch Nachteile. Verdunstung, Nutzung als Kloake, Hygieneprobleme, etc. Dazu sind sie für Fahrzeuge ein Hindernis. In Freiburg wurden sie auch schon aus der Straßenmitte an den Rand verlegt und sollten mehrere Male aus praktischen Erwägungen komplett verschwinden, aber der Einsatz der Bürger konnte es jedes Mal verhindern. Heutzutage sieht man auch andernorts immer wieder mal für teueres Geld neu angelegte Bächle in Innenstädten, die aber dann ebenfalls öfters Probleme heraufbeschwören. Unachtsame Autofahrer, gebrochene Knochen, Müll…

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      • Ein wichtiger aspekt übrigens: Bächle machen es einfacher, die straße auch mal nass abzuschrubben, denn es gibt immer wasser. Es müssen nur die anwohner nach der devise handeln “Ein jeder kehre vor seiner Tür”.

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