Barfuß Städte erleben – TOLEDO / Spanien

BARFUSSEIGNUNG

1. Untergründe der Innenstadt

Note: 3
(perfekt: 1, überwiegend angenehm: 2, Mix angenehm/unangenehm: 3, eher unangenehm: 4, meist unangenehm: 5)

Die historische Stadt Toledo liegt ca 70km südlich von Madrid malerisch auf einer Anhöhe, die sich 100m über dem Fluß Tajo erhebt.

Dominiert wird sie durch die Kathetrale Santa Maria und die Festung, den Alkázar. Die gesamte Altstadt ist mit ihren vielen pittoresken Gassen seit 1986 UNESCO-Welterbe. Die Angehörigen dreier Religionen haben im Laufe der Geschichte herrliche Bauwerke hinterlassen: Moslems, Juden und Christen. Toledo wurde schon von den Römern besiedelt, deren Spuren sich ebenfalls noch in der Stadt finden lassen. Der Maler El Greco lebte und arbeitete hier.

Die Untergründe der weitestgehend autofreien Altstadt sind vielfältig und im wahrsten Sinne ein Wechselbad der Gefühle. Denn hier kommen herrlich glatte Platten und wundervolle Bodenmosaike zum Einsatz, z.B. in den historischen Bauwerken. Dazu moderne Pflasterungen und Platten, wie wir sie aus den meisten deutschen Städten kennen. Auf weiten Strecken gibt es auch historisch überliefere Pflasterungen mit einzementierten Flußkieseln, die sogar für einen geübten Barfußläufer etwas unangenehm sein können. Zumal sie nicht immer im besten Zustand sind. Dafür bieten sie aber ein wenig Abwechslung von einem gewissen Einerlei, das deutsche Altstädte heutzutage oft ausmacht.

Bilder der Altstadt gibt es im Netz ohne Zahl. Deshalb hier nur einige Impressionen zu den Untergründen, die man in den Straßen der Altstadt vorfindet.

Alte Pflasterung  mit Kieseln
Altes Tor mit Kieselpflasterung
Altstadtgasse mit Turm
 Puerta de Bisagra

2. Verhalten der Bevölkerung bei Begegnung mit Barfußläufern?

Note: 3
(immer freundlich: 1, oft freundlich: 2, meist neutral: 3, öfter ablehnende Blicke: 4, ablehnende Blicke und manchmal feindliche Bemerkungen: 5)

Toledo ist Touristenstadt. Deshalb hatte ich bei meinem zeitlich begrenzten Aufenthalt als Barfüßgänger den Eindruck, dass ich in der Altstadt nicht weiter zur Kenntnis genommen wurde. Es gab jedenfalls keinerlei Reaktionen, weder in der einen, noch der anderen Richtung. Das ist aber nicht unbedingt typisch für Spanien, und vielleicht hatte ich einfach Glück. Anderswo wird man jedenfalls recht oft und sehr offen spöttisch oder ablehnend angeschaut. Eine spanische Freundin erklärte mir, dass im Land immer noch strenge Konventionen vorherrschen, wozu das Tragen von Schuhen gehört.

3. Sieht man andere Barfußläufer?

Note: ?
(täglich: 1, alle paar Tage: 2, alle paar Wochen: 3, alle paar Monate: 4, ganz selten oder nie: 5)

Ich sah bei meinem kurzen Besuch tatsächlich einen jungen Mann ohne Schuhe. Ob es ein Tourist oder ein Einheimischer war, konnte ich bei der kurzen Sichtung nicht feststellen, ebenso nicht, ob dies Ausnahme oder Regel ist.

4. Sauberkeit der Innenstadt

Note: 2
(blitzsauber: 1, wenig Unrat: 2, mäßige Verschmutzung: 3, etwas unangenehm: 4, oft unangenehm: 5)

Die Altstadt wirkte insgesamt sehr sauber, ohne Glasscherben.

5. Verletzungsgefahr in der Innenstadt

(abgesehen von Volksfesten mit den üblichen Scherben)

Note: 3
(Kein Risiko: 1, selten, wenige Stellen: 2, hin und wieder, aber vermeidbar: 3, man muss öfter mal etwas aufpassen: 4, es besteht fast überall fortwährend Verletzungsgefahr (viele Scherben etc): 5)

Die Untergründe der Altstadt sind nicht überall in besten Zustand. Manche Pflaster sind alt, es gibt Kanten und defekte Stellen. Man sollte deshalb in der Altstadt entsprechend vorsichtig sein.

6. Gibt es Einrichtungen oder Restaurants der Stadt (Museen, Restaurants etc.), wo es barfuß ab und zu oder regelmäßig Probleme gibt?

Note: 3
(nein: 1, ganz vereinzelt und nicht immer (willkürliche Personalentscheidungen einzelner Mitarbeiter): 2, wenige, aber regelmäßig (generelles Barfußverbot): 3, häufig, aber dort nicht regelmäßig (willkürliche Personalentscheidungen): 4, häufig und regelmäßig (Barfußverbote): 5)

Wie auch anderswo in Spanien ist man in Toledo barfuß in den Sehenswürdigkeiten mit Eingangskontrollen und Aufsehern meist nicht gern gesehen und wird entweder sofort oder recht bald höflich aufgefordert, Schuhe anzuziehen. Huaraches oder Flip Flops reichen völlig. Sonst wird der Zutritt verweigert. Als Grund werden ab und zu die empfindlichen Kalkoberflächen angeführt, die durch Fußschweiß angegriffen werden könnten. Tatsächlich geht es aber wohl doch eher um die Würde des Ortes und vielleicht auch um Haftungsfragen. Diskussionen dazu sind wenig zielführend. In Restaurants und Hotels dagegen hatte ich in Toledo keine Probleme.

BESONDERHEITEN

Bereiche der Stadt, die wegen der Untergründe besonders empfehlenswert sind:

Synagoge Santa María La Blanca

Ehemals jüdisches Gotteshaus, ist die Synagoge Santa María la Blanca heute verweltlicht und öffentlich zugänglich. Hier durfte ich sogar barfuß hinein.

Mosaik-Fliesen der Synagoge
Puente de San Martín und Puente de Alcántara

Die beiden im Mittelalter errichteten Brücken, die über den Tajo zur Altstadt führen, lohnen einen kleinen Spaziergang. Hier zwei Bilder der Puente de San Martín.

Puente de San Martín

Hier ein Bild der Puente de Alcántara, der ältesten Brücke über den Tajo, die ebenfalls einen Besuch lohnt, schon wegen der alten Tore beidseits der Brücke.

ÜBERSICHT (Noten)

Untergründe

3

Reaktionen

3

Andere Barfußläufer

?

Sauberkeit

2

Verletzungsgefahr

3

Probleme

3

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