Winter-Tipp für Barfuß Einsteiger

Barfuß im Winter

In dieser Jahreszeit wird es für Dich spannend und Du kannst jede Menge Erfahrungen sammeln, die Du nur in den Wintermonaten findest.

Immer wieder fragen uns Passanten, ob es uns barfuß bei Minusgraden oder im Schnee nicht zu kalt wäre. Ein eindeutiges Nein, wie im Sommer oder Herbst, können wir nun nicht mehr erwidern. Meist beginnen wir unsere Antworten mit „Das kommt ganz darauf an….“. Ja aber worauf denn eigentlich? Was ist beim Barfußlaufen im Winter zu beachten?

Gib Acht und hab Spaß

Der Winter ist eine extreme Herausforderung für uns Barfußgeher und erfordert höchste Achtsamkeit gegenüber dem eigenen Körper. Stolz und Ungeduld sind hier fehl am Platz, denn die Gefahr von Erfrierungen wird oft zu spät wahrgenommen. Dabei ist das Barfußsein im Winter eine tolle Erfahrung. Es macht Spaß und kurbelt den Stoffwechsel an. Es gibt viel mehr Gelegenheiten dazu, als Du vielleicht denkst, z.B.:

  • zu Hause in der Wohnung oder im Haus
  • auf kurzen Wegen zur Mülltonne, zum Briefkasten, in die Garage, Keller etc.
  • beim Einkaufen in der City, von Geschäft zu Geschäft
  • in den öffentlichen Verkehrsmitteln
  • in Kino, Restaurant u.ä.
  • auf sonnigen, belaubten Waldwegen, die nicht gefroren sind
  • in der Schule, je nach Arbeitgeber und Berufsgenossenschaft im Job
  • zu Besuch bei Familie, Freunden, Bekannten
  • kurze Strecken auf sonnigem Asphalt
  • usw.

Eva sitzt im Winter draußen auf der Terrasse

Dickes Fell und eine Portion Mut

Gerade als Barfuß-Einsteiger brauchst Du schon ein „dickes Fell“, um den Blicken und Kommentaren der Mitmenschen im Winter zu begegnen. Wenn Du gewohnt bist, im Mittelpunkt zu stehen, fällt Dir das leichter. Aber wenn Du lieber nicht so viel Beachtung magst, kostet es schon eine gewisse Überwindung, sich bei Kälte barfuß auf die Straße zu trauen. Mit der Zeit jedoch wirst Du gelassener und es fällt Dir leichter, damit umzugehen. Es stärkt nicht nur Dein Selbstbewusstsein, auch Dein Vertrauen in Dich selbst profitiert davon.

Warme Kleidung ist das oberste Gebot

Wann immer Du im Winter barfuß sein möchtest, solltest Du Dich warm kleiden – von Kopf bis zu den Fesseln. Es ist wirklich wichtig, Kopf (Hirn) und Oberkörper (Herz, Lunge und die anderen inneren Organe) warm zu halten. Das schützt Dich vor einer allgemeinen Unterkühlung. Bist Du nicht warm genug angezogen, fangen Deine Muskeln an zu zittern, um vermehrt Wärme zu erzeugen. Reicht das nicht aus, zieht der Körper die Wärme aus Deinen Extremitäten ab (Hände, Arme, Füße, Beine). Das führt zu Durchblutungsstörungen, Du bekommst also kalte Hände und Füße. Damit steigt auch schon bei Plusgraden die Gefahr von Erfrierungen. Wind und Nässe erhöhen das Risiko noch, da Du dann schneller auskühlst. Auch der Genuss von Alkohol führt zu schnellerer Auskühlung, da sich durch ihn die Hautblutgefäße erweitern und die Wärme schneller aus dem Körper entweicht.

Eva barfuß bei Minusgraden unterwegs

Immer in Bewegung bleiben

Neben warmer Bekleidung (Tipp: Stulpen für Sie und Ihn ) ist Bewegung äußerst wichtig. Nur wenn Dein Körper, die Füße und Zehen in Bewegung bleiben, kann Deine körpereigene Heizung aktiv bleiben. Achte darauf, Deine Füße und Zehen zu spüren, sie sollten schön rot sein. Das zeugt von einer guten Durchblutung. Sobald Deine Zehen an der Unterseite weiß werden und/oder Du Dein Gefühl in ihnen verlierst, ist es allerhöchste Zeit dafür, ins Warme zu kommen. Sonst drohen Erfrierungen!

In unserem Beitrag über die Haut erklären wir die Zusammenhänge.

Der mentale Coach zum Nulltarif

Du kannst jeden Tag – egal bei welcher Temperatur und Witterung – zumindest für eine halbe bis mehrere Minuten draußen barfuß laufen. Vielleicht hast Du einen Garten, ein kleines Grasstück in der Nachbarschaft, eine Terrasse oder einen Balkon. Oder Du holst nebenan beim Bäcker Brötchen oder die Zeitung. Mach es Dir zur Gewohnheit und Du wirst merken, dass es Dir gut tut. Sobald Du wieder im Haus bist, werden Deine Füße rot und warm. Dass das die Abwehr stärkt, wusste schon Pfarrer Kneipp 😉

Das Wort „kalt“ bekommt dadurch für uns Barfüßer eine neue Bedeutung.

Schnee ist nicht gleich Schnee

Unsere Füße erspüren jeden Schnee anders:

  • Pulverschnee – ist ein besonderes Barfußerlebnis, aber auch extrem kalt, besonders, wenn die Füße einsinken und der Oberfuß und die Fesseln komplett vom Pulverschnee umhüllt werden – hier ist wirklich besondere Vorsicht geboten
  • frisch gefallener Pappschnee – für kurzes Reinhüpfen toll, wird angenehmer, je mehr er platt getreten wird
  • fest gefahrener Schnee – lässt sich besonders bei Sonnenschein gut laufen, da nur die Fußsohle mit ihm in Kontakt kommt
  • verharschter Schnee – gefährlich, ist messerscharf, kann schlimme, blutende Verletzungen verursachen
  • Schneematsch – Ist sehr rutschig und nur auf ungesalzenen Wegen und Straßen angenehm.

Eva und Wolfgang laufen Barfuß im Schnee

Vorsicht Streusalz!

Besonders tückisch sind im Winter unsere mit Streusalz von Schnee und Eis befreiten Straßen und Wege. Das Auge gaukelt uns vor, dass es nicht friert, schließlich ist die Straße nass, hier und da sind sogar vereinzelt Pfützen. Schon in der Schule haben wir gelernt, das Wasser erst ab Null Grad gefriert. Also müsste ja hier die Bodentemperatur im Plusbereich liegen. Oder?

Irrtum. Tatsächlich kann diese nasse Straße bis zu -21 Grad kalt sein und viel kälter, als die ungesalzten Flächen. Streusalz senkt nämlich zum einen den Gefrierpunkt des Wassers, zum anderen entzieht die Auflösung der Salz- und Eiskristalle der Umgebung Wärmeenergie. Der Boden wird damit massiv abgekühlt und die Gefahr ernster Erfrierungen ist stark erhöht.

Streusalz ist nicht gut für Hundepfoten und erst recht nicht für unsere Barfüße. Hat man empfindliche Haut, kann es die Haut noch mehr reizen und austrocknen. Besonders in den Zehenzwischenräumen. Nach jedem Spaziergang sollte man daher die Füße mit warmen Wasser gut abwaschen, abtrocknen und anschließend pflegen.

Nützliches Infrarot-Temperaturmessgerät

Um in der kalten Jahreszeit die Bodentemperatur zu messen, haben wir unserer Infrarot-Thermometer dabei. Ob Schnee oder Asphalt, Wiesen- oder Waldboden. Es zeigt Dir die Temperatur der Untergründe an. Auch in der eigenen Wohnung zeigt es z.B. Kälte- bzw. Wärmebrücken an. Es hilft Dir dabei, Deine Empfindungen und Temperaturen von verschiedenen Untergründen besser einzuschätzen.

Hier eine handlichere Version:  Infrarot-Thermometer Flash Pen .

Besondere Fußpflege

Der Fußpflege schenken wir im Winter besondere Beachtung. Wir erachten es als sehr wichtig, die Füße nach jedem längeren Barfußgang zu waschen und anschließend zu pflegen. Hilfreich sind dazu auch unsere Fußpflegetipps.

Training für Füße und Fußsohlen zu Hause

Damit in der Winterzeit unsere Füße und Fußsohlen möglichst in ihrer Robustheit nicht nachlassen, verwenden wir mehrmals täglich eine Yantramatte und ein Balancekissen. Die Yantramatte mobilisiert unsere Fußsohlen. Man kann auf ihr stehen wenn man z.b. Geschirr abspült, sich die Zähne putzt oder über sie hinweggehen, wenn man sie einfach in den Weg legt. Das Balancekissen trainiert die Fußsohlen und das Gleichgewicht und hält die Gelenke beweglich.

Faszinierende Barfuß-Erlebnisse

An windgeschützten, sonnigen Stellen und den Südseiten von Hängen und Bergen lässt es sich herrlich barfuß laufen. Hier findet man stellenweise schneefreie Bereiche, die von der Sonne verwöhnt sind.

Wolfgang barfuß im Winter

Nicht ohne Schuhe bzw. Minimalschuhe

Wenn Du im Herbst auch mal nachlässig die Minimalschuhe zuhause lässt, so wäre das im Winter grob fahrlässig und verantwortungslos Dir selbst gegenüber. Es sollte Dir zu jeder Zeit möglich sein, Deine baren Füße vor Erfrierungen zu schützen. Willst Du dabei jedoch nicht mehr auf normale Schuhe zurückgreifen, gibt es dafür mittlerweile eine Reihe von Minimalschuhen, die extra für den Winter konzipiert sind.

Mit Minimalschuhen gut durch den Winter

Und bei Glätte oder viel Schnee dürfen es dann auch gerne mal  Grödel und Schneegamaschen sein.

Die Grödel geben Grip auf Schnee und Eis


Zum Schluss noch ein kleines Video. Nachahmung nur für geübte Barfüßer!


Wie sind Deine Erfahrungen? Bist Du auch im Winter barfuß unterwegs?


 

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