Tegelberg – 900 barfußfreundliche Höhenmeter

Keine Lust mehr auf elende Schotterpisten, die einem auch die schönste Landschaft vermiesen können? Stattdessen sehnst Du Dich nach barfüßigem Wandern über fußschmeichelnde Grasteppiche, garniert mit Ausblicken auf eine traumhafte Alpen- und Seenlandschaft? Bitte sehr, hier ist so eine Barfuß-Sahnepiste: der Aufstieg von Schwangau hinauf auf eine Erhebung der Ammergauer Alpen, den Tegelberg, über die sommerliche Skipiste.

Aber fit solltet Ihr dafür sein. Neunhundert Höhenmeter geht es fast schattenlos hinauf, und steil sind sie dazu. Heiße Tage solltest Du Dir für diese Tour nicht aussuchen. Oder etwas früher aufstehen, um die kühle Morgenluft zu nutzen. Es lohnt sich in jedem Fall.

Start an der Tegelberg-Seilbahn

Die Tour beginnt in rund 800 m Höhe an der Talstation der Tegelbergbahn bei Schwangau. Das ist die Gemeinde, die auf ihrem Grund auch die Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau beherbergt.

Zunächst geht es links von der Sommerrodelbahn (die Du nach der Rückkehr genießen kannst) einige hundert Meter über einen asphaltierten Weg hinauf, bis es die Möglichkeit gibt, nach links auf die Skipiste auszuweichen, auf der sich ein schmaler Weg abzeichnet. Zuweilen liegt auf ihm etwas Geröll, dem Du aber leicht auf dem Gras nebenan ausweichen kannst.

Auf dieser Skipiste bleibst Du für den weiteren Aufstieg. Steil ist er. Aber je weiter man sich hinauf arbeitet, desto schöner werden die Ausblicke auf das Voralpenland mit seinen Seen und die Berge.

Aufstieg zum Tegelberg auf der sommerlichen Skipiste

Aufstieg zum Tegelberg auf der sommerlichen Skipiste

Stopp auf der Rohrkopfhütte

Nach etwa einer Stunde kann man in der Rohrkopfhütte einen kleinen Stopp einlegen. Sie bietet von der Terrasse aus bereits einen Panoramablick der Extraklasse auf die Allgäuer Alpen.

Von dort geht es weiter hinauf, immer der Skipiste folgend. Hier ein Blick zurück auf die Hütte. Die hellbraune Fläche markiert den teilweise noch trockenen Forggensee, der – im Zuge der Staudammsanierung – gerade wieder versuchsweise aufgestaut wird.

Blick zurück auf die Rohrkopfhütte und die Allgäuer Seenlandschaft

Der Weg wird begleitet von alpinen Stauden. Hier z.B. der Weiße Germer.

Weißer Germer

Schön auch der Eisenhut.

Eisenhut

Und schließlich der Gelbe Enzian, aus dessen Wurzeln der berühmte Schnaps hergestellt wird.

Gelber Enzian

Schließlich, schon fast ganz oben, trifft man auf den normalen Wanderweg, der sich auf dem letzten Stück der Piste über Treppenstufen steil nach oben zieht. Auf den letzten dreihundert Streckenmetern bekommt man es dann doch noch mit einer harmlosen Splittpassage zu tun. Den vielen Touristen wird hier mit einem „ordentlichen Weg“ Genüge getan.

Das Ziel ist erreicht: die Bergstation der Tegelbergbahn auf 1720 m Höhe. Wer möchte, kann gemütlich im Tegelberghaus nebenan einkehren, einem ehemaligen königlichen Jagdhaus, oder auch im eher zeitgenössischen Restaurant der Bahn. Das hat kuschelige Kantinenatmosphäre, bietet aber von seiner Terrasse aus ebenfalls einen tollen Ausblick auf die Berge.

Vielleicht gehörst Du ja zu denen, die ohne eine ordentliche Dosis steinigen Untergrunds kein glückliches Barfußleben führen können? Die immer und unbedingt anderen etwas beweisen müssen? Die das barfüßige Gipfelerlebnis suchen? Bitteschön, da gibt es eine Möglichkeit mit dem kurzen Barfuß-Aufstieg auf den 1879 m hohen Branderschrofen.

Blick auf den Branderschrofen

Der Tegelberg ist nämlich gar kein Berg, sondern eine Bergschulter. Der eigentliche Gipfel liegt ca 150 m höher und kann von der Bahnstation aus in einer halben Stunde erreicht werden. Dazu geht es zunächst über den breiten und gesplitteten Touristenweg hinauf zu einem Aussichtspunkt und von dort weiter auf schmalem Pfad bergan Richtung Gipfel. Das letzte Stück verlangt ein wenig Kletterei und eine gewisse Schwindelfreiheit, ist aber größtenteils mit Drahtseilen versichert. Am Gipfelkreuz ist man deshalb selten allein. Aber die Aussicht lohnt sich.

Ausblick vom Branderschrofen tief hinunter auf den Tegelberg und den Alpsee
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Und wie wieder hinunter?

Wie kommt man vom Tegelberg wieder hinunter ins Tal?

Die abenteuerlichste Variante ist die mit dem Tandem-Gleitschirm. Das solltest Du natürlich vorab mit einem der vielen Anbieter abgesprochen haben. Der Tegelberg ist eines der bekanntesten Zentren für Drachen- und Gleitschirmpiloten. Hier tummeln sich an schönen Tagen Hundertschaften an Gleitschirmfliegern, Flugschülern und Fluggästen. Aber vielleicht fliegst Du ja auch selbst und hast Deine Ausrüstung den Berg mit hinauf geschleppt, wie es einige wenige Gleitschirmrecken tun. Oder hast sie von einem Helfer mit der Bahn hinaufbringen lassen?

Eine zweite Variante wäre der Abstieg über einen sehr empfehlenswerten Pfad hinunter zur Marienbrücke am Schloss Neuschwanstein, immer wieder garniert mit schönen Ausblicken auf das Schloss und die umliegenden Berge. Von der Marienbrücke geht es am Schloss vorbei hinunter nach Hohenschwangau und zurück zur Talstation der Bergbahn. Ein langer, größtenteils steiniger Weg, der etwa drei Stunden in Anspruch nimmt.

Schließlich gibt es die Möglichkeit, mit der Bahn ins Tal zu schweben. Unterwegs hast Du einen traumhaften Ausblick auf Schloss Neuschwanstein und den tief darunter liegenden Alpsee.

Blick von der Bergbahn auf Schloss Neuschwanstein, dahinter der Alpsee

Die Sporttour…

Bei mir steht die Tour auf den Tegelberg regelmäßig auf dem Programm. Ich muss nicht weit fahren, sie bietet uneingeschränkten Barfußgenuss und ist darüber hinaus Teil meines persönlichen Fitnessprogrammes. Dank meiner Trekkingstöcke ist es zudem Ganzkörpertraining. Leider bin ich dort meist einer der Langsamsten. Hier trainieren auch Andere, die oft mit schnellem Schritt an mir vorbei ziehen. Manche von ihnen machen die Tour zweimal. Die Zeiten sind entsprechend. Ich brauche für die 900 Höhenmeter eindreiviertel Stunden, der Rekord liegt bei 41 Minuten…

Vielleicht treffen wir uns ja einmal auf einer gemeinsamen (gemütlichen) Tour? Mich würde es freuen.


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