Barfuß wandern auf die Stablalm

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Habt Ihr schon mal von der Stablalm gehört?

Für meine 1. Barfuß-Wanderung in die Berge habe ich mir eine relativ kurze, dabei überschaubare Tour im österreichischen Lechtal ausgesucht, die ich selbst noch nicht kannte.

  • Wann: Freitag, 25. September 2015
  • Start: Parkplatz in Elmen, Lechtal, Österreich, 976m
  • Ziel: Stablalm Almwirtschaft, 1412m
  • Höhenunterschied: 436m
  • Strecke: 3,9 km einfach
  • Gehzeit: 2 Std. (gemütlich)
  • Wetter: Sonnig bei 9°, ab Mittag bewölkt

AlmwirtschaftStablalm

(aus: Almen- & Hüttenführer Ausserfern 2015)

Vom Parkplatz aus ging der Weg anfangs geschottert los. Ich lief parallel dazu am Wegesrand im Gras, das ganz schön eisig war, schließlich hatten wir nur 9° Außentemperatur. Während meine beiden Begleiterinnen (64+71J.) fleißig beschuht den steinigen Weg in Angriff nahmen, fand mein mittlerweile geübtes Auge auch einen barfußtauglichen Pfad. Dieser verlief parallel zum Wanderpfad. Er kreuzte ihn hin und wieder sogar. Der Barfußpfad war schön abwechslungsreich: grasig, moosig, waldig, steinig, wurzelig, nadelig, dabei immer angenehm zu laufen.

Der "normale" Wanderpfad
Der „normale“ Wanderpfad
Barfußpfad
Barfußpfad

Meine Füße waren dankbar für die Abwechslung, doch nach einer halben Stunde musste ich etappenweise meine Leguano  anziehen, um sie wieder aufzuwärmen. Mit den Leguano  lief ich dann den normalen Wanderweg weiter.

Leguanos

Zwischendurch immer wieder die tolle Aussicht genießen.

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Tolle Aussicht

Der Weg nach oben ist wirklich sehr schön und somit auch für Ungeübte in mäßigem Tempo mit entsprechenden kleinen Stopps machbar. Sofern man barfuß unterwegs ist, findet man – bis auf wenige Passagen – immer eine angenehme Möglichkeit, rechts und links vom Steinpfad im Gras zu gehen. Für mich war wichtig, nicht unter Zeitdruck zu stehen. Deshalb konnte ich immer achtsam meinen Weg gehen.

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Schließlich kamen wir aus dem Wald heraus. Was für eine Aussicht!

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Und zwischendrin immer wieder Abwechslung für die Füße – Erleben pur für die Sinne!

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Von dem Moment an, als wir das waldige Stück verließen, blieb ich barfuß bis zum Abstieg. Sobald die Sonne das Gras erreichte, wurden die Füße von einer zarten Wärme umspielt, die mein Herz aufgehen ließen. Spätestens jetzt war der Zeitpunkt gekommen, wo ich mir nicht mehr vorstellen konnte, jemals wieder Wanderschuhe zu tragen.

Hier noch mal der Rückblick zum Aufstieg aus dem Tal… unten zu sehen der Holzsteg vom Bild vorher

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Leider bin ich noch nicht so fit in der Kameraführung, wenn ich mich beim Laufen filmen will. Das soll sich aber noch ändern, damit der Betrachter nicht nur Füße sieht sondern auch was von der Umgebung 😉

Diese beiden Gegensätze sind faszinierend: das Erspüren des natürlichen Untergrundes gleichzeitig mit dem grandiosen Blick gen Himmel….

Weiter ging es vorbei an urigen Hütten, Wegkreuzen…

Wie bei „Heidi“

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Mein Blick zieht immer wieder zur Elmer Kreutzspitze (2480m)

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Aber wir wollten ja noch ein Stück weiter…

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Und jetzt wurde es für mich so richtig toll, barfuß zu laufen. Während meine Begleiterinnen mit derbem Schuhwerk und Stöcken brav auf dem Schotterweg blieben, suchte ich mir die Viehpfade über die Alm. Immer wieder kreuzte ein Bächlein meine Spur – das Terrain war vielfältig: von warmen Gras über Disteln, kaltem Gebirgswasser, sumpfigem Viehtritt, Klettersteinen und Moos.

Die Almwirtschaft Stablalm ist schon zu sehen….

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Ankunft Stablalm Almwirtschaft.

Als erstes kam zur Begrüßung der Wirt mit einem Schnäpschen, dann folgte die Frage, ob ich meine Schuhe verloren hätte 😉

Es wurde eine heitere Stunde auf der Alm, der Holzboden unter meinen Füßen war herrlich ebenso warm wie die Aussicht grandios, auch wenn der Himmel sich jetzt langsam zuzog und es dadurch merklich kühler wurde.

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Für Leckermäuler: Empfehlenswert ist der Kaiserschmarrn und die Brettljause mit selbstgemachtem Schinken und Käse.

Fazit 1: Eine schöne Tour, auch für Barfuß-Anfänger geeignet wenn sie entsprechenden Fußschutz für die steinigen Passagen dabei haben. (Bergwandererfahrung vorausgesetzt)

Insbesondere der Abstieg über den 4 km langen, ausschließlich geschotterten Fahrweg war mir nur mit Leguano  möglich, da keine Ausweichmöglichkeit zum Barfußlaufen vorhanden

Fazit 2: Nach insgesamt 4 Stunden Wanderzeit „über Stock & Stein“ ging es meinen Füßen super gut. D.h. keine Ermüdung, keine Blasen, keine Druckstellen. Ich war insgesamt fit wie sonst nie nach einer solchen Wanderung. Auch die übliche Gesamtermüdung durch das Tragen von Wanderschuhen blieb erfreulicherweise aus.

Fazit 3: Ich bin barfuß bzw. mit Leguano  absolut sicher unterwegs. Kein Rutschen wenn es nass ist, kein Rutschen auf Geröll, kein Umknicken, kein Stolpern, kein partielles Einschlafen von Zehen oder dem Vorderfuß. Darüberhinaus schont es Natur, Wege und Pfade, was man von Schuhen (insbesondere derben Wanderschuhen) und Stöcken folglich nicht behaupten kann.

Wanderkarten-Tipp von mir: Lechtaler Alpen

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Aktualisiert von Eva Maria Lockstaedt am 15. März 2018

4 Gedanken zu „Barfuß wandern auf die Stablalm

  • 28. September 2015 um 18:13
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    Schön, dass in Österreich noch jemand gern barfuß wandert (und das auch im herbst). Ich glaube, ich bin da einmal vorbeigefahren, aber das war im winter auf dem weg zum schifahren. Ich bin in der Steiermark verankert. Aber vielleicht schaffen wir es, uns irgendwann mal zum wandern zu treffen?

    Antwort
    • 29. September 2015 um 15:35
      Permalink

      Klar, gerne. Die nächste Saison steht ja schon in den Startlöchern – zumindest gedanklich 😉

      Antwort
  • 29. September 2015 um 15:27
    Permalink

    Toller Bericht, tolle Bilder. Toller Mensch. Was will man da noch sagen?

    Antwort
    • 29. September 2015 um 15:38
      Permalink

      Hey Jim, danke für die Blumen 🙂 Und vor allem für Deine Inspiration

      Antwort

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